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Trumps letztes Gefecht: Die dritte TV-Debatte ist seine einzige Chance, das Ruder herumzureissen

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TRUMP CLINTON
Donald Trump und Hillary Clinton bei der dritten TV-Debatte | NBC
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In Las Vegas trafen die US-Präsidentschaftsbewerber drei Wochen vor der Wahl in den USA zum letzten Mal unmittelbar aufeinander. Moderator Chris Wallace hatte sechs Themenblöcke für die Debatte ausgewählt: Schulden und finanzielle Leistungen (vor allem für College-Studenten), Einwanderung, Wirtschaft, das Oberste Gericht, außenpolitische Krisenregionen und die Befähigung für das Amt des Präsidenten.

Verfolgen Sie hier die TV-Debatte im Minuten-Protokoll

04:38 Uhr: Trump und Clinton gehen - und würdigen sich keines Blickes

Die TV-Debatte ist vorbei. Das Ende dieser Debatte spricht Bände: Die Kandidaten verabschieden sich nicht voneinander, schütteln keine Hände und würdigen sich keines Blickes, als sie von der Bühne schreiten.

04:36 Uhr: Zeit für Schlusspädoyers

Wallace gibt beiden Kandidaten die Möglichkeit, Schlussplädoyers zu halten. Jeder Kandidat hat eine Minute, Clinton macht den Anfang.

"Ich werde für Familien gegen die Interessen der Mächtigen einstehen, ich werde für Jobs sorgen und für bessere Schulen. Ich hoffe, Sie geben mir die Chance, als Präsidentin zu dienen", sagt Clinton.

Trump zählt vor allem Probleme auf: Die unterfinanzierte Armee, das Kriminalitätsproblem in den Innenstädten, die Arbeitslosigkeit. "Mit ihr bekommen Sie vier weitere Jahre Obama. Das können wir uns nicht leisten."

04:34 Uhr: Trump will "Wirtschaftsmaschine" schaffen

Jetzt geht es um die steigende Staatsverschuldung. "Warum haben Sie beide dieses Problem ignoriert?", fragt Moderator Wallace scharf nach. Trump will die Steuern senken und so die Wirtschaft ankurbeln. "Wir werden eine Wirtschaftsmaschine erschaffen", verspricht er. "Und die Menschen werden viel Geld verdienen und wir werden tolle Unternehmen haben." Außerdem soll "Obamacare" abgeschafft werden.

Clinton will die Mittelschicht stärken. Sie verspricht, Sozialleitungen nicht zu kürzen. Trumps Steuersenkungen werden in Staatsverschuldung enden. Obamacare soll beibehalten werden.

04.20 Uhr: Wallace verlagert die Diskusson auf Syrien

Wallace spricht Trump auf die syrische Stadt Aleppo an. Trump spricht von einem "humanitären Disaster". Schuld daran sei Hillary Clinton. Der syrische Diktator Assad sei schlauer und härter als Obama.

04.18 Uhr: "Mossul hat einmal uns gehört"

Clinton verspricht, sich in Syrien für Flugverbotszonen einzusetzen, um gegen die Syrer und Russen "einen Hebel in der Hand zu haben", und den Konflikt diplomatisch zu beenden. Trump sagt, es sein ein Fehler gewesen, im Irak einzumarschieren, danach sei es aber ein Fehler gewesen, die Truppen wieder abzuziehen. "Mossul hat einmal uns gehört. Aber dann hat sie [Clinton] die Truppen aus Mossul zurückgezogen, und jetzt müssen wir Mossul zurückerobern", kritisiert Trump. Der Gewinner werde der Iran sein.

Clinton sagt zum Einmarsch in den Irak: "Das war ein Fehler. Aber Donald war ebenfalls für den Irak-Krieg, auch wenn er jetzt das Gegenteil behauptet."

04.11 Uhr: Jetzt geht es um die Außenpolitik

Wallace verlagert die Debatte auf die Außenpolitik. Er spricht den Angriff auf die irakische Stadt Mossul an.

04.10 Uhr: Trump nennt Wahlen wieder "manipuliert"

Nun geht es um Trumps Vorwürfe, die Wahl sei von korrupten Medien gegen ihn manipuliert worden. Ob Trump das Ergebnis der Wahl anerkennen werde, falls er verlieren würde? Trump verweigert eine Antwort: "Das werde ich mir zum gegebenen Zeitpunkt ansehen." Alleine die Tatsache, dass eine "Kriminelle" wie Clinton kandidieren dürfe, zeige, dass das System manipuliert sei.

Clinton nennt Trumps Äußerungen "erschreckend". Immer wenn etwas nicht nach seinem Geschmack laufe, denke er, dass das System sich gegen ihn geschworen habe.

04.06 Uhr: Clinton: "Ilegale zahlen mehr Einkommenssteuer als Trump"

Jetzt weist Clinton darauf hin, dass Trump der erste Präsidentschaftskandidat ist, der seine Steuererklärung immer noch nicht öffentlich gemacht hat. "Illegale Immigranten zahlen in diesem Land mehr Einkommenssteuer als Donald!"

04:02 Uhr: Clinton: "Trump entschuldigt sich nie"

"Er entschuldigt sich nie für etwas, nie übernimmt er Verantwortung", sagt Clinton mit Blick auf Trump. Er habe auch eine behinderte Reporterin, gefallene Kriegshelden und Richter mit lateinamerikanischer Abstammung beleidigt. "Das ist ein Muster, mit dem er die Teilung dieses Landes fördert und zur Gewalt anstachelt."

04:00 Uhr: Trump: "Niemand hat mehr Respekt für Frauen als ich"

"Niemand hat mehr Respekt für Frauen als ich", sagt Trump. Lacher im Publikum. Wallace ruft es zur Ruhe auf.

03:58 Uhr: Jetzt wird es schmutzig

Jetzt geht es um Trumps Sex-Skandale: Wallace weist Trump darauf hin, dass neun Frauen ihm vorgeworfen haben, dass er sie angefasst oder ohne ihre Zustimmung geküsst habe. Warum sollten neun Frauen alle diese Geschichte erfinden? "Sie wollen entweder Ruhm oder es ist ihre Kampagne", sagte er mit Blick auf Clinton. Er spricht von "Lügen und Fiktion". Trump geht sogar so weit, Clinton vorzuwerfen, dass ihr Wahlkampfteam Demonstranten bezahlt habe, um bei Trump-Veranstaltungen für gewalttätige Auseinandersetzungen zu sorgen.

03:51 Uhr: Trump: "Sie haben in 30 Jahren nichts erreicht!"

Trump wirft seiner Kontrahentin Unfähigkeit vor. "Du redest seit 30 Jahren, aber Du kriegst nichts hin", sagt er. "Wenn Du Präsidentin wirst, ist dieses Land im Chaos", sagte er. "Du hast viel Erfahrung, aber es ist schlechte Erfahrung." Clinton konterte: "Als ich im Situation Room saß und zusah wie Osama bin Laden unschädlich gemacht wurde, hast Du gerade die Fernsehshow Celebrity Apprentice moderiert."

"Ich stelle gerne meine 30 Jahre im öffentlichen Dienst Ihren 30 Jahren gegenüber, in denen Sie Frauen erniedrigt haben."

03:42 Uhr: Trump: "Clintons Steuerplan ist ein Desaster"

Jetzt zur Wirtschaft: In Clintons Wirtschaftsprogramm gehe es vor allem um die Mittelklasse und umweltfreundliche Energie, erklärt sie. Außerdem wolle sie den Mindestlohn anheben und die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen schließen.

"Unter Clinton werden sich die Steuern teilweise verdoppeln", behauptet Trump. "Ihr Steuerplan ist ein Desaster." Ihr gehe es darum, Jobs zu schaffen, sagt Clinton. Die Steuersenkungen ihres Kontrahenten für Reiche würden vor allem Jobs vernichten, entgegnet sie.

03:35 Uhr: Clinton bezeichnet Trump als "Marionette Putins"

Jetzt geht es um den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Clinton fragt: "Wird Donald Trump sich von Wladimir Putin distanzieren?" Der Republikaner erwidert: "Das war eines der besten Ablenkungsmanöver, das ich je gesehen habe. "Putin hat kein Respekt für Clinton", behauptet Trump. Die Demokratin erwidert: "Besser als eine Marionette, wie Sie es sind." Trump will sich nicht von Putin distanzieren.

"Ich kenne Putin nicht", sagte Trump. "Er ist nicht mein bester Freund." Es sei aber sicher förderlich, wenn die USA gut mit Russland auskämen. Putin habe keinen Respekt vor Clinton und auch nicht vor Präsident Barack Obama, sagte Trump. Es sei nicht erwiesen, dass die jüngsten Hackerangriffe von Russland aus gesteuert worden seien. Sie könnten auch aus China kommen oder anderswo initiiert worden sein.

03:30 Uhr: Clinton: "Russland steht hinter Wikileaks"

Moderator Wallace spricht Clinton auf eine Aussage an, die sie in einer Rede für eine brasilianische Bank gehalten hat: "Ich träume von offenen Grenzen." Ob dies stimme? Diese Information komme von Wikileaks, und Wikileaks sei ein Sprachrohr "von Putin höchstselbst", entgegnet Clinton. 17 staatliche Geheimdienstinformationen glauben, dass Russland hinter den Wikileaks-Aktionen steckt.

03:23 Uhr: Trump: "Tausende werden durch illegale Einwanderer ermordet"

Trump verlagert die Debatte auf sein Lieblingsthema - illegale Einwanderung. "Wir brauchen starke Grenzen", sagt Trump. Tausende Menschen würden jedes Jahr durch illegale Einwanderer ermordet. Außerdem: "Ich werde eine Mauer bauen. Wir brauchen diese Mauer." Alle "schlechten Hombres" werde er außerdem rausschmeißen.

03:21 Uhr: Clinton will "Kinder aus Leibern reißen"

Es geht um Abtreibungen: Trump behauptet, Clinton werde es Ärzten ermöglichen, "im neunten Monat Kinder aus den Leibern zu reißen". Sogar wenige Tage vor der Geburt werde es solche Fälle noch geben, behauptet er. Clinton entgegnet: "Das ist Panikmache."

03.20 Uhr: Clinton will Besitz von Handfeuerwaffen kontrollieren

Die Debatte verlagert sich auf das Recht für Waffenbesitz. Es mache sie wütend, wenn es Unfälle mit kleinen Kindern gebe, nur weil Eltern sich weigerten, ihre Waffen ordnungsgemäß aufzubewahren, sagt Clinton. 33.000 Menschen pro Jahr würden durch Handfeuerwaffen sterben.

"Ich bin nicht gegen den zweiten Verfassungszusatz". Allerdings halte sie schärfere Gesetzesvorgaben für nötig. Es gebe keinen Gegensatz zwischen dem Verfassungszusatz und dem Ziel, Tote durch Handfeuerwaffen zu vermeiden.

03.15 Uhr: Trump: Supreme Court soll Abtreibungsverbote durchsetzten

In den ersten Minuten geht es um den Supreme Court. Bei dem muss zurzeit noch ein Platz besetzt werden. Nachdem die Republikaner im Senat die Ernennung eines neuen Richters durch Barack Obama hinauszögern, kann der nächste Präsident den Nachfolger des verstorbenen Erzkonservativen Antonin Scalia auf Lebenszeit bestimmen – und die Machtverhältnisse im Verfassungsgericht zum Kippen bringen. Das könnte vielen wichtigen Entscheidungen der nächsten Jahre beeinflussen.

"Ich würde mir wünschen, dass der Senat seinen Job macht und einen der von Barack Obama vorgeschlagenen Kandidaten bestätigt", kritisiert Clinton den republikanisch dominierten Senat.

Trump dagegen ist der Ansicht, der Supreme Court müsse den zweiten Verfassungszusatz verteidigen, der den Besitz von Waffen legitimiert. Der Zusatz befindet sich momentan "unter Belagerung", sagt Trump. Außerdem werde er konservative Richter ernennen, die Abtreibungsverbote durchsetzen, kündigt Trump an.

03.05 Uhr: Es geht los!

Moderator Wallace steigt direkt ein. Erstes Thema: Der US-amerikanische Supreme Court, das oberste Verfassungsgericht.

Trump beginnt die Debatte mit Kritik an der Supreme-Court-Richterin Ruth Bader Ginsburg. Ginsburg habe sich unangebrachte Kommentare über ihn geleistet, die so nie hätten fallen dürfen, sagt Trump.

Ginsburg hatte in mehreren Interviews im Juli vor einer Präsidentschaft Trumps und vor ihm als Person gewarnt. Sie bezeichnete den Republikaner unter anderem als Blender. Später bereute sie ihre Bemerkungen. Entschuldigt hat sie sich jedoch nicht.

02:51 Uhr: Trump-Vize Pence: "Kein Wahlbetrug im großen Stil"

Donald Trumps Kandidat für das Amt des US-Vizepräsidenten glaubt nicht an Wahlbetrug in großem Stil. Anders als Trump selbst, der mit dieser These seit Tagen hausieren geht, sagte Mike Pence in der Nacht zum Donnerstag im Sender Fox News, er glaube nicht an Betrug in einem so großem Ausmaß, dass dadurch das Wahlergebnis verändert werde. "Die Glaubwürdigkeit der Abstimmung ist der Fels, auf dem die Wahl steht", sagte Pence kurz vor Beginn des dritten TV-Duells zwischen Trump und Hillary Clinton. Wenn Trump von Betrug spreche, meine er vor allem die Voreingenommenheit der Medien, sagte Pence.

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(mf)