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Deutschlandweite Umfrage zeigt: Multi-Kulti macht glücklich

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Deutschlandweite Umfrage zeigt: Multi-Kulti macht glücklich | pixdeluxe via Getty Images
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  • Laut dem Glücksatlas 2016 sind die Deutschen glücklich wie lange nicht
  • Am glücklichsten sind die Menschen in Schleswig-Holstein, am unzufriedensten in Mecklenburg-Vorpommern
  • Toleranz und kulturelle Offenheit haben einen entscheidenden Einfluss auf das Glücksempfinden

Brexit, Trump, Flüchtlingskrise, AfD – trotz einer Welt in Aufruhr werden die Deutschen immer glücklicher. Das Glücksniveau liegt hierzulande auf einer Skala von null bis zehn aktuell bei 7,11 Punkten. Im Vorjahr lag es bei 7,02 Punkten.

Das zeigt der Glücksatlas 2016, den die Deutsche Post seit 2011 jedes Jahr herausgibt. Und noch eine interessante Erkenntnis hält die Umfrage parat: Multi-Kulti macht glücklich.

Aber der Reihe nach.

Die Deutschen schaffen laut der Umfrage erstmalig seit Erscheinen der Studie den Sprung über die 7,1 Marke. In Europa schiebt sich Deutschland damit auf den neunten Platz – und macht dabei einen Platz gegenüber 2015 gut. Spitzenreiter im Nationen-Ranking von 33 Ländern bleibt weiterhin Dänemark.

Am glücklichsten in Deutschland sind die Menschen in Schleswig-Holstein (7,41 Punkte), Franken (7,22) und an der Nordsee in Niedersachsen (7,22). Schlusslicht im Glücksatlas sind Sachsen (6,85), Sachsen-Anhalt (6,78) und Mecklenburg-Vorpommern (6,77).

Überhaupt hat sich der Abstand zwischen dem Glücksempfinden von Ost- und Westdeutschen gegenüber dem Vorjahr vergrößert. 2015 lagen die alten und neuen Bundesländer nur 0,15 Punkte auseinander, 2016 sind es 0,28 Punkte.

Ob das daran liegt, dass die Westdeutschen mehr Kontakt mit Menschen unterschiedlicher Herkunft zu tun haben?

Kulturelle Vielfalt hat Einfluss auf die Lebenszufriedenheit

Zum ersten Mal wurde für den Glücksatlas der Einfluss der kulturellen Vielfalt auf die Lebenszufriedenheit der Menschen untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Je offener und toleranter gegenüber anderen Kulturen Menschen sind, desto zufriedener sind sie auch. Entscheidend ist dabei, dass ein persönlicher Kontakt mit Menschen aus fremden Kulturen besteht.

So gaben 38 Prozent der Befragten, die sich als "besonders tolerant" bezeichneten, auf der Glücksskala die Zufriedenheitswerte von neun oder zehn Punkten an – die beiden höchsten Werte. In der Gruppe der "wenig Toleranten" nannten lediglich 16 Prozent diese Zufriedenheitswerte.

Der persönliche Kontakt zu fremden Kulturen entscheidet

58 Prozent der Befragten, die Kontakt mit Menschen mit Migrationshintergrund haben, sind bereit, einen persönlichen Beitrag zu leisten. Bei den Befragten ohne persönlichen Kontakt wollen nur 29 Prozent selbst etwas für das bessere Zusammenleben der Kulturen tun.

Laut dem Königssteiner Schlüssel, der die Verteilung der Asylsuchenden innerhalb Deutschlands regelt, müssen viele ostdeutsche Bundesländer weniger Flüchtlinge aufnehmen als die westdeutschen.

Glücksschlusslicht Mecklenburg-Vorpommern hat zum Beispiel in diesem Jahr mit 5.864 gestellten Asylanträgen auch die wenigsten Flüchtlinge aufgenommen (Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Stand: September 2016).

Insgesamt wurden für den Glücksatlas 5888 Bundesbürger befragt, 1001 Menschen gaben Auskunft zum Punkt wie sich kulturelle Offenheit auf das Glücksempfinden auswirkt.

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(ben)