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"Patienten sind gefährdet": Hamburger Ärzte schreiben Brandbrief wegen Überbelastung

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Immer mehr Ärzte sind durch ihr massives Arbeitspensum überfordert | Tuned_In via Getty Images
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  • Hamburger Ärzte beklagen sich in einem Brandbrief über massive Überlastung
  • Durch "Organisationsversagen" der Klinik seien Patienten in Gefahr

Gefährdet die massive Überbelastung von Ärzten Patientenleben?

Wenn es nach Ärzten in Hamburg geht, dann lautet die Antwort "Ja".

In einem Brandbrief beklagen sich jetzt 19 Ärzte des Hamburger Krankenhauses St. Georg über die schlechten Verhältnisse im Krankenhaus. Die Ärzte des Klinikkonzerns Asklepios arbeiten in der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Stammzellen-Transplantation und sind unter anderem für Patienten mit schweren Blut-Erkrankungen wie Leukämie zuständig.

Der Brief liegt dem "Hamburger Abendblatt" und dem Radiosender NDR 90,3 vor.

Die Ärzte schreiben darin, dass sie am Ende ihrer Kräfte und massiv überbelastet sind. Sie beklagen eine "tägliche Gefährdung von Patienten und Mitarbeitern".

Zudem erschweren viele unbesetzte Stellen und drohende Kündigungen ihre Arbeit. Teilweise sei ein Arzt für 24 Patienten verantwortlich. Der Behandlungsstandard von schwerkranken Krebs- und Leukämiepatienten könne so nicht mehr aufrechterhalten werden. Die Ärzte werfen der Klinik "Organisationsversagen" vor.

Dadurch steige die Chance, dass ärztliche Fehler begangen werden. Und die können Patienten ernsthaft in Gefahr bringen.

Abteilung momentan ohne Chefarzt

Wie das "Abendblatt" berichtet, liegen die Ärzte mit der Klinik-Leitung darüber im Clinch, wer neuer Chefarzt der Abteilung werden soll. Seit der alte Leiter der Abteilung die Klinik verlassen hat, haben laut "Abendblatt"-Informationen bereits vier Spezialisten die Klinik verlassen.

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Asklepios hat eigenen Angaben zufolge bereits reagiert und die Abteilung nach dem Erhalt des Briefes Ende September personell verstärkt. Außerdem habe die Klinik die Anzahl der Patienten reduziert, um die Ärzte zu entlasten. Einen neuen Chefarzt, der im nächsten Jahr die Leitung übernehmen soll, habe man außerdem gefunden, sagte ein Sprecher der Klinik.

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