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Gauland will Mitglieder der Identitären Bewegung in die AfD locken: "Die sollen alle zu uns kommen"

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ALEXANDER GAULAND
Alexander Gauland, Vize-Bundesvorsitzender der AfD | Pawel Kopczynski / Reuters
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  • AfD-Vize Gauland schließt Mitglieder der Identitären Bewegung bei der AfD nicht aus
  • Menschen, die wie die AfD denken, sollen laut Gauland beitreten
  • AfD NRW-Chef Marcus Pretzell dagegen will keine Vermischung von AfD, Pegida und der Bewegung

Noch im Sommer distanzierte sich der AfD-Bundesvorstand von der rechten Identitären Bewegung (IB). Eine Vorsichtsmaßnahme, um nicht an den rechtsextremistischen Rand gedrängt zu werden - denn die völkisch orientierte Bewegung wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

Vorstandsmitglied Alexander Gauland interessiert sich jetzt offenbar nicht mehr für sein Geschwätz von gestern. Im rechten "Compact"-Magazin sagte das AfD-Gründungsmitglied: "Wer ähnliche Ziele verfolgt, kann zu uns kommen."

Höcke lobt IB für "intelligenten Esprit"

Gauland diskutiert in Compact mit AfD-Mann Björn Höcke, der am äußersten rechten Rand der Partei anzusiedeln ist. Höcke sieht den Beschluss des Vorstands zwar als bindend an. "Aber wir müssen immer wieder mal die Verhältnisse geraderücken", relativiert er.

Höcke lobt nicht nur, dass die Aktionen der Identitären Bewegung bisher immer gewaltfrei waren, er attestiert der von Experten als Rechtsextremisten eingestuften Bewegung auch noch "einen intelligenten Esprit".

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Gauland möchte sich an den Beschluss des Vorstands halten, schließt IB-Anhänger aber nicht als Partei-Mitglieder aus. "Wir sind die AfD, wir sind das Original", argumentiert Gauland. "Ich erwarte, dass Menschen, die wie die AfD denken, bei uns mitmachen."

Er sehe "überhaupt nicht ein, warum wir mit der Identitären Bewegung zusammenarbeiten sollten, denn die können alle zu uns kommen“.

Pretzell: "AfD ist die einzige Partei, die das Grundgesetz tatsächlich beachtet"

Der NRW-Landesvorsitzende Marcus Pretzell scheint nicht glücklich mit den Aussagen seines Bundesvizes. "Wir brauchen die AfD als Partei, die identitäre Bewegung muss eine Bewegung bleiben, sofern sie etwas erreichen möchte und Pegida muss Straßenprotest bleiben und nicht Partei werden, sofern man weiter auf diesem Wege etwas bewegen möchte“, schreibt der Lebensgefährte von Frauke Petry auf Facebook.

Es sei politisch unklug, diese drei Organisationen miteinander zu vermischen. Pretzell stört sich besonders daran, dass Teile der IB aber auch von Pegida klar vermissen lassen, was für die AfD ein wichtiger Grundsatz sei: die Achtung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Die AfD dagegen sei in Deutschland "die einzig verbliebene Partei, die das Grundgesetz und unsere Gesetze tatsächlich beachten und mit Leben erfüllen möchte.“ Deshalb werde sie niemals wahllos Mitglieder anderer Organisationen oder Parteien bei sich willkommen heißen, seien sie von der CDU oder der IB.

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