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Verschwörungstheorien und Morddrohungen gegen Clinton: Jetzt gerät der US-Wahlkampf völlig außer Kontrolle

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DONALD TRUMP
Gut drei Wochen vor der Wahl gerät der Präsidentschaftswahlkampf in den USA völlig außer Kontrolle | ASSOCIATED PRESS
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  • Zwei Republikaner unterstützen Donald Trumps Vorwürfe, die US-Wahl werde manipuliert
  • Trumps Anhänger sprechen Morddrohungen gegen seine Rivalin Hillary Clinton aus
  • Parteispender der Republikaner wenden sich von Trump ab

Gut drei Wochen vor der Wahl gerät der Präsidentschaftswahlkampf in den USA völlig außer Kontrolle. Verschwörungstheorien um eine manipulierte Wahl werden nicht nur vom Kandidaten der Republikaner, Donald Trump, offen diskutiert - sondern auch von Parteikollegen.

Anhänger Trumps drohen seiner Rivalin Hillary Clinton unterdessen mit Gewalt.

"Medien stehlen mir die Wahl"

Trump hatte das Klima am Wochenende aufgeheizt. Wiederholt sprach er von einer massiven Verschwörung der "globalen Elite" und vor allem der Medien, ihm "die Wahl zu stehlen".

Auch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter teilte Trump die Verschwörungstheorie mit seinen Followern: "Diese Wahl wird von den unehrlichen und verdrehten Medien manipuliert, die die verlogene Hillary pushen - aber auch an vielen Abstimmunslokalen - TRAURIG."

Damit wollte Trump ganz offensichtlich von den Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs und Sexismus ablenken, sagen Beobachter der Wahl, die "Spiegel Online" zitiert.

Tatsächlich bezog Trump auch diese Vorwürfe in seine Verschwörungstheorie mit ein. Er schrieb auf Twitter: "Die Umfragen sind knapp, aber könnt ihr glauben, dass ich eine große Anzahl an weiblichen Wählern verloren habe, wegen Vorfällen, die nie stattgefunden haben. Die Medien manipulieren die Wahl!"

Parteikollegen unterstützen die Verschwörungstheorie

Seine Parteikollegen haben Trump am Sonntag unterstützt. Die Wahl werde von den Medien manipuliert, sagten auch sie.

Newt Gingrich, ehemaliger Sprecher des US-Repräsentantenhauses, sagte am Sonntag dem Fernsehsender ABC: "Ich glaube, es ist ein Fehler zu behaupten, dass Leute, die sich um eine ehrliche Wahl sorgen machen, verrückt seien."

Gingrich betonte, dabei gehe es nicht um Betrug in den Wahllokalen. "Ohne die unendlichen, einseitigen Beschuldigungen in den Nachrichten würde Trump Hillary Clinton um 15 Prozentpunkte schlagen", sagte er.

Mehr zum Thema: Diese Schlagzeile der "Bild"-Zeitung amüsiert Tausende in den USA

Der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, hatte Trump in der Vergangenheit breit unterstützt. Auch in diesem Fall trat er dem Kandidaten zur Seite. Dem Fernsehsender CNN sagte er: "Sie wollen von mir hören, dass ich daran glaube, die Wahlen in Philadelphia und Chicago werden fair ablaufen? Ich müsste ein Idiot sein, um das zu sagen."

Trumps Vize-Kandidat Mike Pence äußerte sich dagegen moderater. Gegenüber dem Sender NBC sagte er, "das amerikanische Volk ist die offensichtlich voreingenommenen Medien leid". Das sei der Grund für die Vorwürfe, die Medien würden die Wahl manipulieren.

Er versprach, sowohl er und Trump würden "das Ergebnis der Wahl vollkommen akzeptieren".

Fanatische Anhänger: Nach der Wahl soll Blut fließen

Ob die fanatischen Anhänger des Populisten nach einer Wahlniederlage friedlich bleiben werden, ist jedoch nicht sicher. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sagte ein Teilnehmer einer Wahlkampfveranstaltung Trumps am Wochenende: "Wenn sie (Clinton, Anm. der Red.) im Weißen Haus ist, dann hoffe ich, dass wir einen Sturz einleiten können. Sie sollte im Gefängnis sein oder erschossen werden!"

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Der Mann sagte weiter: "Wir werden eine Revolution haben und sie aus dem Amt werfen. Es wird viel Blut fließen. Aber anders geht es nicht. Und ich werde für mein Land tun, was auch immer nötig ist."

Auch eine Art Bürgerwehr wollen die Trump-Anhänger laut "Bild" gründen, um vor den Wahllokalen Wache zu stehen.

Trump hetzt weiterhin

Trump selbst heizt die Stimmung immer wieder an. In der Vergangenheit hatte er in Reden mehrdeutig zu Gewalt gegen Hillary Clinton aufgerufen. Wie die "Bild" berichtet, forderte Trump am Wochenende seine Anhänger zur Gewalt auf.

Als Demonstranten auf seinen Veranstaltungen aufgetaucht seien, habe er die Menge aufgefordert: "Verprügelt ihn ein bisschen." Oder: "Ich möchte ihm gern eins ins Gesicht schlagen."

Aber Gewalt betrifft auch die Partei Trumps. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde in Orange County in North Carolina ein Brandanschlag auf das Parteibüro der Republikaner verübt. Die Hintergründe sind noch ungeklärt.

Natürlich beschuldigte Trump seine Konkurrentin, hinter dem Anschlag zu stecken:

Die hatte sich zuvor von dem Vorfall distanziert.

Immer mehr Topspender wenden sich von Trump ab

Die immer neuen Turbulenzen wirken sich inzwischen negativ auf Trumps Wahlkampfkasse aus. Viele Topspender hätten sich in den vergangenen Wochen zurückgehalten, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Angaben aus beiden Wahlkampflagern. Im September habe es der Republikaner so auf 100 Millionen Dollar gebracht – 54 Millionen Dollar weniger als seine Konkurrentin.

Zu den letzten Unterstützern Trumps gehört beispielsweise der Paypal-Gründer Peter Thiel. Er spendete dem Republikaner jetzt 1,25 Millionen Dollar, berichtete die "New York Times".

Die US-Wahl findet am 8. November statt. Zuletzt konnte Clinton den Vorsprung auf Trump in Umfragen immer deutlicher ausbauen.

Mit Material der dpa

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