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"Terror - Ihr Urteil" im Live-Stream: So könnt ihr den Film und beide Enden sehen - Video

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  • "Terror - Ihr Urteil" im Live-Stream sehen
  • Ein Soldat steht vor Gericht: Er hat 164 Menschen getötet, 70.000 Menschen zu retten. Schuldig - oder nicht. Ihr entscheidet
  • Im Video erklären wir euch, wie ihr das Programm des Ersten online sehen könnt

"Terror" im Live-Stream: Dieser Film ist nur ein TV-Event - und doch wird er seine Zuschauer wohl zum Nachdenken animieren. Denn es geht um ein emotionales Thema: "Terror".

Am Montag um 20.15 Uhr wird er nun in verschiedenen Ländern ausgestrahlt. In Deutschland zeigt das Erste den Film mit Florian David Fitz in einer Hauptrolle. Das Ende haben dabei nicht die Filmmacher in der Hand, sondern die Zuschauer.

Der Film: Darum geht es in "Terror - Ihr Urteil"

Terroristen wollen einen entführten Lufthansa-Airbus in die Allianz Arena bei München stürzen. Es bleiben wenige Kilometer. Deutschland spielt gegen England, 70.000 Fußballfans im ausverkauften Stadion wissen nichts von der drohenden Katastrophe.

"Wenn ich jetzt nicht schieße, werden Zehntausende sterben", schreit Luftwaffenmajor Lars Koch (Florian David Fitz) übers Mikrofon an die Leitstelle. Dann feuert er in seinem Eurofighter eine Rakete ab. Das rechte Triebwerk des Airbus A 320 wird getroffen, die Maschine fängt Feuer und stürzt auf einen Kartoffelacker. Alle 164 Menschen an Bord, darunter die Terroristen einer Al-Qaida-Splitter-Organisation, kommen ums Leben.

Der Bundeswehrpilot handelte gegen den ausdrücklichen Befehl, nicht zu schießen. Er ist jetzt angeklagt wegen 164-fachen Mordes.

Sehen: "Terror" im Live-Stream

Das Erste zeigt den interaktiven Film zeitgleich zu seiner Ausstrahlung auch in seinem Live-Stream. Diesen könnt ihr auch über Streaming-Dienste wie Magine TV und TV Spielfilm live im Rahmen derer Gratis-Abos abrufen. Die beiden Anbieter sind Kooperationspartner der Huffington Post.

Den Film könnt ihr in der Mediathek der ARD bis zum 24. Oktober online sehen, zudem findet ihr beide Alternativ-Enden, also "Schuldig" und "Freispruch", als Video vor.

Mehr zum Thema: Hier gelangt ihr zur ARD-Themenseite zu "Terror - Ihr Urteil"

Am Montagabend folgt dem Film eine Live-Sonderausgabe von "Hart aber fair" mit Moderator Frank Plasberg, die ihr in den Live-Streams des Ersten ebenfalls sehen könnt. Auch in Österreich, der Schweiz, Tschechien und Slowenien wird der Film am selben Abend gezeigt - und diskutiert.

In Rahmen der anschließenden Talk-Sendung wird das Urteil gezeigt, vermutlich gegen 21.50 Uhr. Danach bittet Plasberg seine Gäste zur Diskussion. Diese sind:

  • der ehemalige Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU)
  • Thomas Wassmann, ein ehemaliger Kampfjet-Flieger der Bundeswehr
  • Rechtsanwalt Gerhart Baum
  • die designierte Regionalbischöfin in Hannover, Petra Bahr

Die Abstimmung: So könnt ihr euer Urteil abgeben

Denn schuldig oder nicht: Dieses Mal haben die Zuschauer die Chance, einzugreifen. Das macht der Richter (Burghart Klaußner) auch im Film deutlich, wenn er in die Kamera sieht und zuerst direkt die TV-Zuschauer anspricht: "Ich werde das Urteil verkünden, das Sie finden werden."

Die Zuschauer fällen also am Ende per Telefon- und Online-Voting das Urteil: schuldig oder Freispruch. Beide Versionen sind vorgedreht, eine wird am Montagabend gezeigt.

Die kostenpflichtigen Telefonnummern (14 Cent pro Anruf aus dem Festnetz) sind:
  • 0137 10 220 01 für das Urteil "Schuldig."
  • 0137 10 220 02 für einen Freispruch

Auch online könnt ihr euer Urteil abgeben - und zwar über die Seite ihrurteil.hartaberfair.de.

Mehr zum Thema: Zuschauer wütend: So versagte die ARD bei der Abstimmung zu "Terror - Ihr Urteil"

Die Argumente: Das sagen Staatsanwalt, Verteidiger und der echte Bundesverfassungsgericht

Diesen fiktiven Terrorfall, der seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA aber durchaus Realität sein könnte, arbeitet das in mehrfacher Hinsicht außerordentliche TV-Gerichtsdrama "Terror - Ihr Urteil" auf.

In dem kammerspielartigen Gerichtsfilm mit Starbesetzung geht es, wie die Staatsanwältin (kühl-hochintelligent: Martina Gedeck) sagt, dabei nur um die eine Frage: "Dürfen wir Unschuldige töten, um andere Unschuldige zu retten? Und ist es eine Frage der Zahl? Lassen sich Leben zumindest dann gegeneinander rechnen, wenn für den Tod eines Menschen 400 andere gerettet werden können?"

Die Staatsanwältin betont, Recht und Moral dürften nicht vermengt werden, in moralischen Fragen gebe es keine Sicherheit. Allein die Verfassung müsse Richtschnur sein, deren Prinzipien, an erster Stelle der erste Satz des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Menschen dürften nicht zu Objekten gemacht werden.

Dagegen argumentiert der Verteidiger, den Lars Eidinger ebenso menschlich wie lebensklug spielt: "Kein Prinzip der Welt kann wichtiger sein, als 70.000 Menschen zu retten."

Es könne nicht sein, dass bei diesem Verhältnis nicht abgewogen werde dürfe. Es handle sich, so schrecklich das sei, um das kleinere Übel. US-Vizepräsident Dick Cheney habe nach den Anschlägen von 9/11 gesagt, es hätte dem Recht entsprochen, die Maschinen abzuschießen.

In Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht jedoch anders entschieden. Ein Flugzeug, das als Waffe missbraucht wird, darf nicht abgeschossen werden, wenn neben den Tätern weitere Menschen an Bord sind.

Mit Material von Matthias Hoenig, dpa

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