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Ministerpräsident Weil fordert Ehrlichkeit von Merkel: "Großer Teil der Flüchtlinge wird lange bleiben"

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STEPHAN WEIL
Niedersachsens Ministerpräsident Weil fordert die Regierung zu mehr Ehrlichkeit in der Flüchtlingsfrage auf | Michael Gottschalk via Getty Images
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  • Niedersachsens Ministerpräsident Weil fordert Merkel zu mehr Ehrlichkeit in der Flüchtlingsfrage auf
  • Die Kanzlerin solle offen zu geben, dass die meisten Flüchtlinge sehr lange bei uns leben werden

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingsfrage zu mehr Ehrlichkeit aufgefordert.

Merkel gebe sich ebenso wie ihr Kanzleramtsminister Peter Altmaier Illusionen hin, die der Realität nicht standhielten. "Der große Teil der zu uns Geflüchteten wird lange, lange in Deutschland bleiben", sagte Weil der Zeitung "Die Welt".

"Man soll den Bürgern nichts vormachen"

"Ich würde gern etwas anderes sagen, aber man sollte sich und den Bürgern nichts vormachen."

Merkel hatte am Wochenende beim "Deutschlandtag" der Jungen Union eine konsequentere Abschiebung abgelehnter Asylbewerber gefordert. Dies müsse für jene gelten, die kein Bleiberecht in Deutschland haben.

Mehr zum Thema: Ministerpräsident Weil: "Illusion zu glauben, dass die Flüchtlinge wieder zurückkehren"

Die Kanzlerin beklagte in diesem Zusammenhang ein Hin- und Herschieben der Verantwortung zwischen Bund und Ländern. Zudem kritisierte Merkel, in der Vergangenheit seien die Behörden zu nachlässig mit der Möglichkeit umgegangen, abgelehnte Asylbewerber abzuschieben.

"Wir können nicht hunderttausende Menschen nach Afghanistan abschieben"

Weil betonte, dass die meisten Syrer in den nächsten Jahren nicht in das Bürgerkriegsland zurückkehren könnten. "Ebenso verlogen ist es, so zu tun, als könnten wir hunderttausende Menschen nach Afghanistan abschieben."

Diese Illusionen stehe einer echten Integration entgegen. "Die Union und Frau Merkel müssen sich endlich ehrlich machen. Sie sollten dem Volk klar sagen, dass die meisten Flüchtlinge über Jahre bei uns bleiben werden", sagte Niedersachsens Ministerpräsident.

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