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Seehofer geht erneut auf Kuschelkurs mit Orban

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SEEHOFER ORBAN
Seehofer geht erneut auf Kuschelkurs mit Orban | Michael Dalder / Reuters
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  • Viktor Orban und Horst Seehofer haben sich zum dritten Mal binnen eines Jahres getroffen
  • Viel Einigkeit gab es erneut über das Thema Flüchtlingspolitik

Zum dritten Mal seit Beginn der Flüchtlingskrise haben der umstrittene ungarische Regierungschef Viktor Orban und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den engen Schulterschluss geübt.

Bei einem Festakt im bayerischen Landtag verteidigte Orban die Grenzschließung für Flüchtlinge als "Pflicht", um Europas Freiheit zu schützen. Seehofer stimmte in den Kanon ein. Die Begrenzung der Zuwanderung sei ein "ethisches Gebot", damit Humanität und Integration funktionieren könnten.

Orban: "Ungarn war immer ein Land der Freiheit"

Begleitet von heftiger Oppositions-Kritik hielten die beiden am Montagabend die Hauptreden bei einem Festakt, mit dem an den gescheiterten antisowjetischen Aufstand in Ungarn vor 60 Jahren erinnert wurde. Dazu hatte das ungarische Konsulat eingeladen.

Orban sagte in seiner Rede, Ungarn sei schon immer ein Land der Freiheit gewesen, in dem Besatzung, Unterdrückung und Diktatur nicht geduldet würden. "Ich darf Ihnen versichern, dass Ungarn auch in Zukunft immer auf der Seite der europäischen Freiheit stehen wird." Zur Grenzschließung für Flüchtlinge sagte er, diese sei notwendig gewesen, um eine «drohende Völkerwanderung» aufzuhalten.

Ungarn habe nicht um diese Aufgabe gebeten, sondern erfülle einfach seine "Pflicht". Die Grenzöffnung 1989 und der heutige Grenzschutz seien zwei Seiten derselben Medaille. "1989 handelten wir für die Freiheit Europas - und jetzt schützen wir diese Freiheit", sagte Orban.

Seehofer dankt den Ungarn

Seehofer dankte ausdrücklich dem ungarischen Volk: Der Eiserne Vorhang sei zuerst in Ungarn gefallen. Ungarn sei damit zum Wegbereiter geworden für die Wiedervereinigung Deutschlands. Zudem mahnte der CSU-Chef, in Krisenzeiten müsse Europa mehr denn je zusammenstehen und mit einer Stimme sprechen. Auch die Auswirkungen der Flüchtlingskrise müssten solidarisch bewältigt werden.

Sein neuerliches Treffen mit Orban - vor dem Festakt auch in der Staatskanzlei - verteidigte er gegen Kritik. "Es gibt für den Dialog keinen Ersatz in der Politik", sagte er. Er stehe für gegenseitige Achtung und Respekt - und nicht "für Schelte aus großer Entfernung".

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