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So beurteilen die Medien zu Sanktionsforderungen gegen Russland: „Gegen Putin hilft nur Härte"

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ALEPPO RUSSIA
Rauchschwaden über Aleppo nach einem russischen Luftangriff. | Anadolu Agency via Getty Images
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  • Die Außenminister der USA und Großbritanniens fordern Sanktionen gegen Russland. Dem Land werden Kriegsverbrechen in Syrien vorgeworfen.
  • Die internationale Presse befürwortet die Pläne, es gibt aber Zweifel an der Durchsetzung.

Die Bevölkerung in der umkämpften Stadt Aleppo aber auch in anderen Teilen Syriens soll vor weiterem Leiden bewahrt werden. Deshalb forderten die Außenminister der USA und Großbritanniens John Kerry und Boris Johnson bei einem Treffen am Wochenende weitere Sanktionen gegen Russland. Das Land ist der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Präsidenten Baschar al-Assad. Russland wird von westlicher Seite vorgeworfen, in Aleppo Kriegsverbrechen zu begehen.

In Deutschland sind neue Sanktionen gegen Politiker umstritten - die internationalen Medien sind sich aber größtenteils einig: Putin muss für seinen Einsatz in Syrien bestraft werden, und zwar hart.

Das sind die wichtigsten Stimmen aus den internationalen Medien:

Süddeutsche Zeitung: "Gegen Putin hilft nur Härte"

Der "Tagesspiegel" sieht Parallelen zur Ostukraine und befürwortet neue Maßnahmen gegen Putin: „Ohne die Strafmaßnahmen wäre Russland im Donbass wohl noch weiter vorgerückt.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ befindet, dass Kooperation statt Konfrontation „vernünftig“ klingen würde, doch die Entwicklung in der Ukraine habe gezeigt, dass letztendlich „gegen Putin (...) nur Härte hilft“.

Noch immer habe die westliche Politik und Öffentlichkeit nicht in vollem Umfang erkannt, was in Syrien auf dem Spiel steht, ergänzt die „Welt“.

Insbesondere warnt die Zeitung vor den „weltpolitischen Folgen einer Kapitulation vor Putins Gewaltpolitik“. Denn „das Putin-Regime nutzt Syrien als Testfeld dafür, wie weit es in seiner Mobilmachung gegen den Westen gehen kann.“

Financial Times: Russland muss in Schach gehalten werden

Folglich solle man Russland „in Schach halten“, drängt die britische „Financial Times“. Die größte Schwachstelle des Landes sei die Wirtschaft, „starke Sanktionen werden also weh tun“, schreibt die Wirtschaftszeitung.

Doch für die Durchsetzung neuer wirtschaftlicher Sanktionen gegen Russland „fehlt in den USA und Europa der politische Wille“, resümiert die „Westdeutsche Zeitung“ (WZ). Der Syrienkrieg im Allgemeinen und Aleppo im Besonderen wurden damit aus Sicht der WZ zu einem „Lehrstück für widerwärtige Realpolitik“.

Al Jazeera“ glaubt zudem, dass die US-Außenpolitik im Syrienkrieg fehlgeschlagen ist: „Nach vier Jahren Diplomatie ist es zwar nach wie vor die USA, die zu Gesprächen aufruft, doch es ist Russland, das den Ton angibt - sowohl vor Ort [in Syrien] als auch während der Verhandlungen.“

Es gibt derzeit nur wenige Stimmen, die gegen weitere Sanktionen gegen Russland sind. Eine davon ist der Herausgeber der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" Gabor Steingart. Er merkt kritisch an:

"Die heftigen Kämpfe im syrischen Aleppo setzen den Westen zunehmend unter Druck. Eine humanitäre Intervention wird weiter ausgeschlossen. Auch formelle Verhandlungen mit dem Assad-Regime wollen weder Washington nach Berlin führen. Also bringen Merkel und Obama erneut Sanktionen gegen Putin ins Spiel. Die hatten zwar schon in der Ukraine-Krise nichts bewirkt, aber darin liegt ja gerade das Wesen von Symbolpolitik. Sie symbolisiert eine Wirkung, die sie nie erzielt."

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