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"Arisches Kind nicht verdient": Peggys Mutter erhielt nach Verschwinden ihrer Tochter Briefe von Neonazis

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  • Die Mutter der toten Peggy hat nach dem Verschwinden des Mädchens Briefe von Neonazis erhalten
  • Auf der Leiche des Mädchens waren vergangene Woche DNA-Spuren des NSU-Terroristen Bönhardt gefunden worden
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Der Fall der getöteten Peggy wird immer brisanter. Nachdem Ermittler auf der Leiche des 2001 verschwundenen Mädchens DNA des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden hatten, tauchen jetzt Briefe auf, eine Verbindung des Falles in die rechtsextreme Szene bestätigen könnten.

So soll Peggys Mutter nach dem Verschwinden ihrer Tochter Briefe von Rechtsextremen erhalten haben. In einem dieser Briefe heißt es, sie habe "ein so arisches Kind wie Peggy nicht verdient". Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

Die Mutter der damals Neunjährigen hatte mit einem Türken zusammengelebt, war zum Islam konvertiert und hatte in der Öffentlichkeit häufig Kopftuch getragen.

Mehr zum Thema: Kriminalfälle Peggy und NSU-Böhnhardt: 6 wichtige Fragen und Antworten

Ermittler wollen DNA-Spur im Fall Peggy nachvollziehen

Dennoch schließt die Staatsanwaltschaft Bayreuth nach dem Fund einer DNA-Spur des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt eine Verunreinigung der Probe weiterhin nicht aus.

Die Ermittler wollen daher den Weg der Spur genau nachvollziehen. "Wie ist sie an den Fundort gekommen und wie zur Untersuchung?", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel am Montag. Es müsse zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass die DNA-Spur per Zufall oder aus Versehen mit dem Fall Peggy in Verbindung gebracht wurde.

Rechtsmedizin schließt versehentliche Übertragung aus

Am Donnerstag hatten die Ermittler überraschend mitgeteilt, dass am Fundort der Skelettteile der 2001 verschollenen Peggy genetisches Material von Böhnhardt entdeckt wurde. Die Rechtsmedizin der Uni Jena, wo im November 2011 Böhnhardts Leichnam obduziert und im Juli Peggys Knochen untersucht worden waren, schloss eine versehentliche Übertragung von DNA am eigenen Institut aus.

Die damals neunjährige Peggy war 2001 im oberfränkischen Lichtenberg verschwunden. Im Juli wurden Skelettteile von ihr in einem Wald in Thüringen entdeckt.

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(cho)