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Hans-Werner Sinn rechnet mit Euro-Austritt Italiens

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HANS WERNER SINN
Hans-Werner Sinn, der Ex-Vorsitzende des Ifo-Instituts | ullstein bild via Getty Images
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  • Der ehemalige Chef des Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn rechnet mit einem Euro-Austritt Italiens
  • Das Land sei in der Euro-Zone nicht wettbewerbsfähig
  • Gleichzeitig sei die Euro-Skepsis in der Bevölkerung so hoch wie in keinem anderen Land

Hans-Werner Sinn, der ehemalige Chef des Ifo-Instituts, ist inzwischen in Rente - doch zur Ruhe setzen will er sich augenscheinlich nicht.

In einem Interview mit der "Welt" sagt er voraus, welches Land als erstes den Euro verlassen wird - und es ist nicht Griechenland. Sinn rechnet mit einem Austritt Italiens: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Italien dauerhaft Teil des Euro bleibt, fällt von Jahr zu Jahr", sagte der Ökonom im Interview mit der "Welt".

"Das Land kommt mit dem Euro nicht zurecht. Die italienische Volkswirtschaft ist nicht wettbewerbsfähig und hat in den vergangenen Jahren keine messbaren Anstrengungen unternommen, wieder wettbewerbsfähig zu werden."

"Ich frage mich wirklich, wie lange Italien noch im Euro durchhält"

Die wirtschaftliche Situation des Landes sei so desolat, dass ein Austritt aus dem Euro nur noch eine Frage der Zeit sei. "Ich frage mich wirklich, wie lange Italien noch im Euro durchhält", sagte der ehemalige Präsident des Münchner Ifo-Instituts.

Die Industrie produziere immer noch 22 Prozent weniger als vor der Weltfinanzkrise, und es gebe immer mehr Unternehmns-Pleiten. Die Jugendarbeitslosigkeit liege bei knapp unter 40 Prozent. "Solch eine katastrophale Situation kann ein Land nicht lange aushalten", sagte der Ökonom.

Mehr zum Thema: "Dann sind wir verloren": Ökonom Sinn warnt vor einer Brexit-Folge, die wir bisher ignoriert haben

Er selbst finde zwar nicht, dass Italien austreten sollte, sagte Sinn, aber das italienische Establishment sehe eigentlich keine Alternative mehr zu einem Austritt. "Die Hälfte der Italiener will aus dem Euro austreten, das ist der höchste Wert alle europäischer Länder, in denen diese Frage in letzter Zeit gestellt wurde", sagte Sinn der "Welt".

"Die Skepsis gegenüber dem Euro wird immer größer"

"Egal ob man sich die Eliten oder die Wähler anschaut, die Skepsis gegenüber dem Euro wird immer größer."

Trotz der schwierigen Lage der Wirtschaft blieben nötige Reformen aus: "Die Wirtschaft muss billiger werden, aber es passiert nichts", sagte Sinn. "In Italien wird viel geredet, aber nicht gehandelt."

Die italienische Wirtschaft produziere weiterhin viel zu teuer, um international wettbewerbsfähig zu sein. Bereits vor der Finanz- und Wirtschaftskrise sei das Preisniveau zu hoch gewesen und habe sich seitdem kein bisschen verringert.

Seit 1995 sei Italien als Produktionsstandort gegenüber Deutschland um 42 Prozent teurer geworden.

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