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Ihr Baby kam tot zur Welt - jetzt rettet sie andere Babys mit ihrer Milch

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Eine Mutter, deren Sohn tot zur Welt kam, spendete ihre Muttermilch, um anderen Babys zu helfen.

Wendy Cruz-Chan aus New York in den USA spendete mehr als 60 Liter Muttermilch an sechs Mütter und ihre Babys. Drei Monate lang pumpte sie die Milch ab und machte ihre Erlebnisse auf Facebook und Instagram öffentlich.

"Es war sehr ermüdend, aber das war es wirklich wert", schrieb sie. "Zu sehen, wie diese Babys durch meine Milch heranwuchsen, hat mir wirklich bei meinem Heilungsprozess geholfen."



Nach einer Uterus-Infektion in der 19. Schwangerschaftswoche hatte Cruz-Chan ihr Baby verloren. Als sie das Krankenhaus verließ, bemerkte sie, dass ihre Brüste angeschwollen waren und Milch produzierten. Sie entschloss sich dazu, die Milch zu spenden.

"Vor drei Monaten begann ich mit meiner Lactation-Journey, drei Tage nachdem mein Sohn Killian tot zur Welt kam", schreibt Cruz-Chan auf Facebook.

"Ich habe mehr als 60 Liter Muttermilch abgepumpt und sie an sechs Babys gespendet. Ich habe endlich mein persönliches Ziel von 60 Litern in drei Monaten erreicht.

Jetzt ist es Zeit, meine Lactation-Journey zu beenden und mich auf mich selbst zu konzentrieren, denn ich bereite meinen Körper auf die nächste Schwangerschaft vor."



Cruz-Chan sagte, sie sei dankbar, dass sie Babys mit ihrer Milch helfen konnte und ihre Familien kennenlernen durfte.

Sie hatte drei bis vier Stunden am Tag und sogar in der Nacht Milch abgepumpt.

"Ich weiß, ich werde es vermissen. Ich wollte zeigen, dass man selbst eine tragische Erfahrung wie eine Totgeburt in etwas Positives verwandeln kann, das die Menschen um einen herum inspiriert.

Durch meine Trauer habe ich mich entwickelt, ich habe gelernt, mich selbst aus der Dunkelheit zu ziehen."

Als weiteren Gedenkakt für ihren Sohn will sie jetzt eine Crowdfunding-Kampagne starten, um dem Krankenhaus in ihrer Nachbarschaft eine Cuddle Cot kaufen zu können. Das ist eine Art Kinderwiege, die die Körpertemperatur von totgeborenen Kindern reguliert, damit Eltern mehr Zeit haben, sich von ihnen zu verabschieden.

"Ich tue all das aus unendlicher Liebe zu meinen Sohn Killian im Himmel. Ich tue all das, um das Schweigen über Totgeburten zu brechen."



Ihre Geschichte brachte viele Menschen zum Weinen.

"Deine Geschichte hat mich zu Tränen gerührt", schrieb eine Nutzerin unter Cruz-Chans Post. "Ich wollte dir nur sagen, was für eine starke Frau du bist, dass du all das durchgestanden hast."

"Du bist großartig", schrieb eine andere. "Dein Verlust tut mir so leid. Ich kenne dich nicht, aber Taten sprechen lauter als Worte."

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der Huffington Post UK und wurde von Gina Louisa Metzler aus dem Englischen übersetzt.

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