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Türkischer Bund fordert Abschaffung der Deutschpflicht an Schulhöfen

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SCHLER
Der Türkische Bund fordert die Abschaffung der Deutschpflicht an Schulhöfen. | Colourbox
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  • Türkischer Bund fordert Abschaffung der Deutschpflicht an Schulhöfen
  • Der Verband sieht darin eine Diskriminierung türkischer Schüler

Die Einführung der Deutschpflicht auf dem Schulhof an der Herbert-Hoover-Realschule in Berlin zeigte Medienberichten zufolge eine positive Wirkung: "Die Schulabschlüsse der Kinder verbesserten sich zusehends und mehr von ihnen schafften es aufs Gymnasium", konstatiert etwa "Focus Online" . Dennoch fordert der Türkische Bund Berlin-Brandenburg (TBB) jetzt laut Medienberichten die Aufhebung dieser Regel.

Im Interview mit der „Welt“ erklärt Safter Çinar, Vorstandsmitglied des Vereins, die Gründe dafür. Çinar betonte, dass es ihm nicht nur um türkische Kinder gehe, sondern generell um Kinder mit einer anderen Muttersprache. „Ihnen in der Pause die Sprache vorzuschreiben, ist ein Eingriff in ihre Freizeit, ja sogar in ihre Freiheit“, findet der Türke.

Welche Sprache Kinder mit ihren Freunden sprechen, sei demnach ihre Privatsache. Es sei "eine Respektlosigkeit der deutschen Schulen gegenüber allen ausländischen Kindern, ihnen den Gebrauch ihrer eigenen Sprache in ihrer Freizeit zu verbieten“, findet der Verbandsvertreter.

Çinar behauptet, dass der Bildungserfolg nichts mit der Freizeitsprache zu tun habe: „Der Misserfolg unseres Bildungssystems hat ganz andere Ursachen. Die Sprachkompetenz hat in diesem Land etwas mit der sozialen Herkunft zu tun, nicht mit der kulturellen oder gar mit der Staatsbürgerschaft.“

Zudem ist der Verbands-Lobbyist der Meinung, dass es nur gegenüber bestimmten Kulturen hierzulande eine "erschreckende Respektlosigkeit" gibt: „Sind wir mal ehrlich, dann wissen wir, worum es eigentlich geht: Würden die Kinder in der Pause Englisch oder Französisch reden, würden alle vor Begeisterung in Tränen ausbrechen und ‚Ach, wie toll‘, rufen", ließ er die Journalisten der "Welt" wissen.
Çinar ist überzeugt, dass es auf viel mehr Faktoren ankommt, als nur die Sprache, wenn Kinder den richtigen Weg für ihre Zukunft einschlagen sollen: „Ich meine, dass für die Pause gilt: Solange sie keine Scheiben einschlagen, ist doch alles gut.“

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