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US-General warnt vor Angriff Russlands - die Kriegsangst wächst

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  • Ein US-General befürchtet, dass das Baltikum angreifen könnten
  • Die Sorge vor einem Krieg mitten in Europa wächst
  • Merkel fordert schärfere Sanktionen gegen den Kreml
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Die Stimmen, die vor einer russischen Invasion in Europa warnen, werden immer lauter. General Ben Hodges, Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, erklärte nun gegenüber der britischen „The Times“, dass die militärische und politische Führung der USA in den vergangenen Jahren wiederholt falsch lag bei der Einschätzung der russischen Absichten.

Jeder militärische Schritt, den Russland gemacht habe, hätte ihn „überrascht“, behauptete Hodges, und verwies auf die Invasionen in Georgien, der östlichen Ukraine und der Krim und den Einsatz von Kreml-Truppen in Syrien. Die USA seien „abgelenkt“ gewesen durch ihre eigenen Kriege. Warnungen über die Expansionsabsichten Russlands seien nicht ernst genug genommen worden.

„Wir wollten wirklich glauben, dass Russland unser Partner sein wird“, sagte nun Hodges. „Das ist der Grund, warum die USA alle gepanzerten Fahrzeuge und Panzer nach Hause geschickt haben. Aus 300 000 Soldaten wurden 30 000 und die Navy und Air Force haben gleichermaßen abgebaut.“

Es könnte ein dritter Weltkrieg drohen

Hodges warnte vor einer möglichen russischen Invasion in einem baltischen Staat. Er halte einen Angriff der Russen auf eines der Länder für "nicht ausgeschlossen". In deutschen Medien wächst nun die Sorge vor einem Krieg. Nicht nur die "Bild"-Zeitung warnt vor einer neuen Kriegsgefahr.

Wenn Hodges mit seinem Horror-Szenario Recht behält, könnte ein Dritter Weltkrieg drohen. Denn Estland, Lettland und Litauen sind Nato-Mitgliedstaaten. Das heißt, es würde der Bündnisfall eintreten. Das Problem aus Sicht des Westens: Konventionell, also ohne den Einsatz atomarer Waffen, wären die in den baltischen Staaten stationierten Nato-Truppen den russischen Soldaten nach Expertenansicht hoffnungslos unterlegen.

Der Krieg könnte also eskalieren. Und aus einem regional begrenzten Konflikt rasch ein Weltkrieg, ja gar ein Atomkrieg werden.

Merkel will die Sanktionen gegen Russland verschärfen

Sollte es zu einer Invasion kommen, würde es unter dem Mantel einer „humanitären Operation“ geschehen, sagt Hodges. Und es wäre die Folge einer „Fehleinschätzung“ des Kreml, wie der Westen darauf reagiere. 

Die Stimmen, die vor einem neuen Krieg mit Russland warnen, sind im Osten wie im Westen noch in der Minderheit. Doch der Ton wird zunehmend rauer. Auch die Forderung nach weiteren Sanktionen wird in Europa immer lauter.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will innerhalb der Europäischen Union dafür werben, die Sanktionen gegen Russland wegen dessen Kriegsführung in Syrien zu verschärfen. Das erfuhr die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) aus Merkels Umgebung.

Das Thema soll auf dem Europäischen Rat am Donnerstag und Freitag kommender Woche zur Sprache kommen, hieß es. Zwar sei es schwierig, weitere Sanktionen mit dem Koalitionspartner SPD und dann auf der europäischen Ebene zu vereinbaren. Doch habe sich „der Unmut über die Russen aufgestaut“. Dafür habe die Bombardierung des UN–Hilfskonvois und das rücksichtslose Vorgehen Moskaus in Aleppo gesorgt, berichtet die "FAS".

Präsident Obama habe Merkel telefonisch die Unterstützung für „eine harte Reaktion“ zugesagt, falls die Europäer sich darauf einigen würden. Erwogen werden laut "FAS" weitere Sanktionen in der Flugzeugindustrie oder in Bereichen, die das russische Verteidigungsministerium betreffen.

Auch aus der SPD gibt es Kritik an Russland. "Wir haben eine tiefe Entfremdung zwischen Russland und dem Westen", sagte Gernot Erler in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". In den USA werde derzeit ernsthaft über ein militärisches Eingreifen in den Syrien-Konflikt diskutiert, so der SPD-Politiker. Zugleich erkläre Russland, Luftabwehrkräfte in die syrischen Kampfgebiete verlegt zu haben.

"Dann ist völlig klar, was das heißt: Wir können einen militärischen Zusammenstoß zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation nicht mehr ausschließen", sagte Erler weiter.

Für die verfahrene Lage machte der SPD-Außenpolitiker eine russische Doppelstrategie verantwortlich. Einerseits signalisiere Moskau Gesprächsbereitschaft, andererseits fliege die russische Luftwaffe Angriffe in Syrien. "Das widerspricht sich total", sagte Erler.

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