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Seehofer schickt Kampfansage an Merkel: "Wir brauchen den CSU-Chef in Berlin"

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SEEHOFER MERKEL
Seehofer schickt Kampfansage an Merkel: "Wir brauchen den CSU-Chef in Berlin" | NurPhoto via Getty Images
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  • Horst Seehofer will eines seiner Ämter aufgeben
  • Offenbar zieht es den CSU-Chef nach Berlin
  • Seehofer erhöht den Druck auf Merkel, die CSU werde nicht von der Flüchtlingsobergrenze abrücken

Kehrt der immer wieder als "König von Bayern" titulierte CSU-Chef Horst Seehofer seinem Land den Rücken?

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer plant, im nächsten Jahr eines seiner Ämter aufzugeben. "Ich kann für die CSU nicht ewig den Libero machen. Einmal soll ich die absolute Mehrheit in München holen und dann die bayerischen Interessen in Berlin durchsetzen", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag“.

Es scheint klar: Seehofer blickt Richtung Hauptstadt. Ein Rückzug ist das nicht – im Gegenteil.

Der CSU-Chef bekräftigte einmal mehr den strammen Kurs seiner Partei. Die Christsozialen beharren auf der Obergrenze für 200.000 Zuwanderer pro Jahr. "Ich werde die Seele der CSU nicht verkaufen. Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit sind die wichtigsten Eigenschaften eines Politikers", sagte der bayerische Ministerpräsident der Sonntagszeitung.

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Seehofer: "Wir brauchen den CSU-Chef in Berlin"

Die Obergrenze von 200.000 Zuwanderern pro Jahr sei - neben Humanität und Integration der Schutzbedürftigen - ein zentraler Punkt Seehofers Politik. "Dieses Kernelement werde ich nicht aufgeben, nur damit Harmonie herrscht."

Diese Politik will Seehofer offenbar von Berlin aus vorantreiben: "Wir werden mit hoher Wahrscheinlichkeit im nächsten Bundestag sieben Parteien haben. Damit wir da den anderen die Stirn bieten können, brauchen wir den CSU-Chef und weitere starke Kräfte in Berlin."

Eine Ämtertrennung habe es früher schon gegeben, so Seehofer, und damit sei die CSU "auch gut gefahren: Alfons Goppel war Ministerpräsident und Franz Josef Strauß als CSU-Chef in Bonn. Edmund Stoiber war Ministerpräsident und Theo Waigel als CSU-Chef in Bonn. Wenn wir in der Bundeshauptstadt stark sind, haben wir auch in München die besten Chancen – und umgekehrt."

"Menschen sind der Meinung, das kann am besten der Seehofer machen"

Zur Frage, ob er Spitzenkandidat für die Bundestagswahl werden wolle, sagte Seehofer der "Bams“: "Es ist schön, wenn die Menschen in Bayern der Meinung sind, dass das am besten der Seehofer machen kann. Das löst aber nicht mein Libero-Thema."

Auf die Ambitionen seines Finanzministers Markus Söder und dessen Absage an einen Wechsel nach Berlin angesprochen, sagte Seehofer: "Personaldiskussionen ohne eine Strategie sind nicht erfolgreich. Ich habe bislang nur über Strategie gesprochen. Namen habe ich an keiner Stelle genannt - weder hinter noch vor den Kulissen."

Merkel-Besuch bei CSU.Parteitag weiter ungewiss

Im unionsinternen Streit macht Seehofer klar, nicht von seiner Position abrücken zu wollen. Der Schlichtungsversuch des CDU-Generalsekretärs Peter Tauber vom Samstag ließ den bayrischen Ministerpräsidenten offenbar unbeeindruckt. Der CSU-Chef erklärte, ein Besuch Merkels beim CSU-Parteitag Anfang November sei weiter Ungewiss.

"Wenn der jeweilige Auftritt wegen politischer Differenzen eher schädlich ist, sollte man es lassen. Wir müssen inhaltlich die Streitfragen klären. Eine Situation wie bei unserem letzten Parteitag will keiner von uns." Gegenseitige Besuche machten nur Sinn, wenn neuer Streit vermieden werden könne. Er wünsche sich aber einen Auftritt der Bundeskanzlerin "bei unserem Parteitag, und umgekehrt würde ich gerne zum CDU-Parteitag im Dezember fahren", so Seehofer.

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