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Dieser Mann gilt als der glücklichste Mensch der Welt - sein Geheimnis ist simpel

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MATTHIEU RICARD
Charles Platiau / Reuters
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  • Der Buddhist und Mönch Matthieu Ricard gilt als glücklichster Mensch der Welt
  • Das haben Wissenschaftler sogar bewiesen
  • Ricard hat verschiedene Strategien, die ihm dabei helfen, glücklich zu sein

Matthieu Ricard ist Buddhist, Mönch und Buchautor und nebenbei der glücklichste Mensch der Welt. Das sagt er aber nicht nur von sich selbst. Wissenschaftler wollen es sogar bewiesen haben. Forscher der Universität von Wisconsin in den USA wollten herausfinden, warum der Buddhist so glücklich wirkt und erstellten einen Scan von Ricards Gehirn.

Darauf entdeckten sie, dass Ricards Gehirn auf der linken Seite viel aktiver als auf der rechten Seite ist. Wissenschaftler haben schon in vorangegangenen Studien belegt, dass bei depressiven Menschen hingegen die rechte Gehirnhälfte aktiver ist. Dass Ricards linke Gehirnhälfte viel aktiver ist, könnte also der Beweis dafür sein, dass der Mönch tatsächlich ganz besonders glücklich ist.

Ricard ist gebürtiger Franzose und studierte Molekularbioloige. 1967 kam er zum Buddhismus, seit 1978 lebt er als Mönch.

Aber: Warum ist er so glücklich?

Ricard sagt, er habe viele verschiedene Strategien, die ihn zum glücklichsten Menschen der Welt machen. Er verbringe zum Beispiel ganze Tage mit Meditation. Leider haben nicht alle Menschen die Zeit dazu, tagelang einfach nur zu meditieren - manche wollen das vielleicht auch gar nicht. Doch auch für diejenigen hat Ricard Tipps parat.

1. Sich zu vergleichen zerstört das Glück

Menschen sollten endlich aufhören sich mit anderen Menschen zu vergleichen, sagte der Mönch in der amerikanischen Ausgabe des Männermagazins "GQ". Denn, fragt er, was habe man denn schon davon, wenn man sich mit seinem Nachbarn vergleiche? Dabei ginge es doch meistens ohnehin nur um Besitztümer oder andere Äußerlichkeiten, die nichts mit wahrem Glück zu tun hätten. Diese Dinge könnten durchaus zufrieden machen, gibt der Mönch zu. Aber nicht glücklich. Darin bestehe ein Unterschied.

2. Weniger an sich selbst, mehr an andere denken

Wer zu viel über sich selbst nachdenkt, wird irgendwann unglücklich. Ein Geheimnis des Glücks ist es laut Ricard, weniger an sich selbst und mehr an andere Menschen zu denken. Automatisch würde man anderen Menschen aufgeschlossener und positiver begegnen, wenn man sich wirklich für sie interessiere, glaubt der Mönch. Menschen würden echtes Interesse spüren und dieses zurücksenden - was dann wiederum glücklich mache.

3. Was wäre nur, wenn...?

Außerdem solle man nicht ständig zweifeln und sich fragen, was nur passiert wäre, wenn... Ricard ist ein Verfechter davon, die Dinge so hinzunehmen wie sie sind. Er selbst würde sich zum Beispiel gar nicht als den glücklichsten Menschen der Welt bezeichnen. "Ich bin glücklich, aber ich kenne noch größeres Glück", sagte er der "GQ". Aber da die Menschen ihn mittlerweile als den glücklichsten Menschen der Welt bezeichnen würden, sei er das jetzt nun einmal.

4. Gewöhnung macht unglücklich

Ein anderer "Glücks-Killer" sei laut Ricard die Gewöhnung. Wenn man einmal Business-Class geflogen sei, wolle man nur noch Business-Class fliegen, nennt er als Beispiel. Gefährlich werde es dann, wenn die Menschen diese Dinge als selbstverständlich erachten würden. Denn dann würden sie unglücklich werden, wenn sie sie irgendwann einmal verlieren. Und wie man ja wisse, ist nichts von Dauer.

5. Wenn es keine Lösung gibt, dann gibt es auch kein Problem

Auch sich Sorgen zu machen sei vollkommen sinnlos, glaubt der Mönch. Entweder gebe es eine Lösung für ein Problem und dann müsse man sich darum kümmern. Oder es gebe eben keine Lösung und dann könne man ohnehin nichts tun.

Es gibt aber noch eine Aufmunterung für alle, die nicht so glücklich sind wie er. Mit 20 Jahren sei er unglücklich gewesen, sagt der Mönch. Denn er habe keine Ahnung gehabt, was er mit seinem Leben anfangen solle. Dann habe er sich gefragt, was ihn wirklich glücklich mache und habe dadurch begonnen, sich stärker für den Buddhismus zu interessieren. Heute hält er Vorträge darüber auf der ganzen Welt.

Man solle die eine Sache finden, die einen glücklich mache und diese dann zu seinem Lebensinhalt machen, meint der Mönch. Es könne eine Weile dauern, aber irgendwann würde jeder diese eine Sache finden.

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(vr)