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Ein Muslim als Gauck-Nachfolger? Führende Politiker sind einverstanden

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  • Führende Politiker sind der Idee eines muslimischen Bundespräsidenten nicht abgeneigt
  • Auch Amtsinhaber Gauck will das "nicht ausschließen"
  • Von einigen Politikern kommt dagegen scharfer Gegenwind
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video

Wer wird Nachfolger Jochim Gaucks als Bundespräsident? Frank-Walter Steinmeier gilt als aussichtsreicher Kandidat, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz wird diskutiert. Finanzminister Schäuble ohnehin. Und auch der muslimische Schriftsteller Navid Kermani wird immer wieder als Bundespräsident ins Gespräch gebracht. Kermani, in Siegen geboren, hat einen deutschen und einen iranischen Pass.

Ein Muslim als Bundespräsident? Viele Deutsche fremdeln mit der Idee. Für den amtierenden Bundespräsident Joachim Gauck ist es vorstellbar, dass ein Muslim sein Nachfolger werden könnte. Dem Evangelischen Pressedienst sagte er: "Das will ich in Zukunft nicht ausschließen.“

Zahlreiche Politiker äußern sich dazu nun in der "Bild"-Zeitung. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann: "Ob ein Bundespräsident Christ, Muslim oder Buddhist ist, sollte keine Rolle spielen. Entscheidend ist, dass die Religion nicht über der Verfassung steht.“

Grünen-Chef Cem Özdemir: "Na klar geht das. Wir suchen schließlich ein gutes Staats- und kein Religionsoberhaupt.“ Auch Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) ist es „egal, ob Friese, Sorbe, Sinti, Katholik, Protestant, Hindu, Atheist, Veganer, Radfahrer oder Moslem. Denn all das sagt nichts über die Fähigkeit und Persönlichkeit.“

Kritik aus rechtskonservativem Lager

Kritik kommt dagegen aus dem konservativen Lager. Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte, er habe kein Problem mit den vier Millionen muslimischen Bürgern im Land. Aber: "Mit so einer Aussage werden die Leute mit Gewalt auf die Palme gebracht, und das ist nicht gut für unser Land.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch findet die Idee gar "völlig abwegig!“

AfD-Vize Alexander Gauland (75) kritisiert, der Vorstoß Gaucks sei "derartig opportunistisch, dass er das ganze vorherige politische Leben von Herrn Gauck Lügen straft“. Ein muslimischer Bundespräsident "würde unsere Gesellschaft weiter polarisieren“.

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