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Nigerianischer Präsident macht frauenverachtenden Kommentar - und Merkel lacht nur

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Wenn es nach dem Magazin "Forbes" geht, ist Angela Merkel die mächtigste Frau der Welt. Umso beschämender ist, wie der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari am Freitag vor Merkels Augen in einer Pressekonferenz über Frauen sprach - und als Reaktion nur ein Lachen der Kanzlerin erntete.

Buhari hatte die offene Kritik seiner Ehefrau zurückgewiesen, keine Kontrolle über seine Regierung zu haben.

"Ich weiß nicht, welcher Partei sie angehört - aber ich weiß, dass sie in meine Küche, mein Wohnzimmer und in einen anderen Raum gehört", sagte Buhari am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin. Bundeskanzlerin Merkel blickte ihn dabei kurz an und stimmte dann in sein Lachen ein.

Scharfe Kritik seiner Ehefrau

Aisha Buhari hatte in einem BBC-Interview gesagt, ihr Gatte kenne den Großteil der Spitzenvertreter seiner Führungsriege nicht. Die First Lady Nigerias kündigte darüber hinaus an, ihren Mann möglicherweise nicht im Wahlkampf zu unterstützen, falls er sich für eine zweite Amtszeit bewerbe.

Präsident Buhari ist seit 2015 an der Macht. Ob er 2019 wieder kandidiert, ist noch nicht bekannt. Er sagte am Freitag, er hoffe, seine Frau erinnere sich daran, dass er erst bei seiner vierten Bewerbung um das Amt erfolgreich gewesen sei. "Ich behaupte daher, mehr zu wissen als sie und die Opposition, denn am Ende gewann ich", sagte er. Es sei nicht einfach, alle oppositionellen Parteien in Nigeria zufriedenzustellen.

In seinem Wahlkampf 2015 hatte Buhari versprochen, die Korruption zu bekämpfen und stärker gegen die Terrorgruppe Boko Haram vorzugehen. Am Donnerstag hatte seine Regierung verkündet, die Freilassung von 21 der 218 entführten Schulmädchen aus Chibok ausgehandelt zu haben.

Im Nordosten Nigerias sind vor allem Tausende Kinder von einer möglichen Hungersnot bedroht, dort hat Boko Haram die landwirtschaftliche Infrastruktur zerstört.

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