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ZDF-Talkshow eskaliert: An einem Punkt steht die Sendung vor dem Abbruch

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LITERARISCHES QUARTETT ESKALIERT
Screenshot ZDF
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  • In der ZDF-Talkshow "Das literarische Quartett" am Freitag entzündete sich ein Streit zwischen den Kritikern
  • Moderator Volker Weidermann wies den Schriftsteller Maxim Biller scharf zurecht

Die ZDF-Talkshow "Das literarische Quartett" ist für seine heißblütigen Debatten zwischen den Kritikern Marcel Reich-Ranicki und Hellmuth Karasek bekannt.

Aber die Sendung am Freitag mit neuer Besetzung überbot, was die Zuschauer an Streit bisher gewohnt waren. An einem Punkt schien es, die Show würde abgebrochen werden, so uneins waren sich die Gesprächspartner.

Skandalautor bringt den Streit zum Eskalieren

Moderiert wurde der Talk vom Literaturkritiker Volker Weidermann. Mit in der Runde: die Journalistin Christine Westermann, der Schriftsteller Thomas Glavinic – und dessen Schriftstellerkollege und Kolumnist der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" Maxim Biller.

Biller ist seit einem Rechtsstreit um einen seiner Romane eine skandalträchtige Figur im Literaturbetrieb. Er war es dann auch, der die Sendung fast entgleisen ließ.

Wie konnte es soweit kommen?

Im "Literarischen Quartett" werden immer vier Bücher besprochen, die sich die Teilnehmer aussuchen können. Den Anfang machten die beiden Bücher "Die Welt im Rücken" von Thomas Melle und "Skizze eines Sommers" von André Kubiczek.

Um die Bücher aber ging es zunächst nicht: Denn Biller wollte über die beiden Werke einfach nicht reden. Und das, obwohl beide Werke für den Deutschen Buchpreis nominiert sind.

"Es ist eine Katastrophe, dass wir über dieses Buch überhaupt reden müssen", sagte Biller über das Buch von Melle.

Abstruser Höhepunkt der Streitereien: Biller fragte den Österreicher Glavinic, welchen Humor das Buch denn für ihn habe, österreichischen, jüdischen oder englischen? Glavinic antwortete: "Ich muss ja nicht jedem Humor einen Reisepass ausstellen."

Dann platzt dem Moderator der Kragen

Zunächst versuchten Weidermann und Westermann, Biller noch mit Argumenten zu einer sachlichen Diskussion zu zwingen. Als Biller aber auch über den zweiten Roman, den die Kritiker besprechen sollten, nicht reden wollte, platzte Moderator Weidermann der Kragen.

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Er warf dem Schriftsteller vor, über die Absichten der besprochenen Autoren zu spekulieren: "Es ist schön, wie tief Sie in die Seele der Autoren eindringen, ohne sie zu kennen." Weidermann verstand auch nicht, warum Biller zwei so unterschiedliche Werke mit denselben Worten zerreißen wollte.

"Sie schreiben beide schlecht, was soll ich tun", versuchte sich Biller zu rechtfertigen. Moderator Weidermann wies ihn zurecht: "Jetzt fallen Sie mir nicht immer ins Wort."

Als Biller nochmal ansetzte, reichte es Weidermann endgültig: "Jetzt hören Sie auf!" und "Sie müssen jetzt mal still sein." Danach gab Biller klein bei, ansonsten hätte der Sendung wohl der Abbruch gedroht.

"Wie nach schlechtem Essen"

Über die zwei restlichen Bücher sprachen die Kritiker etwas versöhnlicher, zueinander aber fanden sie nicht mehr. Als Weidermann von jedem Gesprächspartner eine Wertung zu den Büchern wollte, sagte Glavinic: "Für oder gegen ein Buch, das machen Sie, aber nicht ich."

Auf dem Kurznachrichtendienst wurde die Sendung nicht gut aufgenommen. Eine Nutzerin verglich die Show mit schlechtem Essen:

Gerade auf Maxim Biller, der alle Bücher zu hassen schien, zielte die Kritiker der Zuschauer:

Restaurantbesitzer gibt perfekte Antwort auf schlechte Kunden-Kritik

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(lp)