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Spektakulärer Schritt im Kampf gegen den Klimawandel: Einigung auf Abkommen zu Treibhausgasen

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KIGALI KLIMAABKOMMEN
dpa
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  • Vertreter von nahezu 150 Ländern haben sich nach stundenlangen Verhandlung auf ein ambitioniertes Abkommen zu Treibhausgasen geeinigt
  • Politiker und Experten sind begeistert und sprechen von einem "historischen Tag"
  • Wir erklären, um was es bei dem Abkommen geht

Die Vertreter von nahezu 150 Ländern haben sich bei einer Konferenz in Ruanda auf ein Folgeabkommen zur drastischen Verringerung klimaschädlicher Treibhausgase geeinigt. Das teilte das Umweltprogramm der UN am Samstag.

Der Kompromiss sei der größte Erfolg seit dem Ende des Pariser Klimagipfels von Ende 2015, hieß es. Wir erklären, was die Einigung der Staaten bedeutet.

Was wurde beschlossen?

Mit dem Abkommen von Kigali wollen die Staaten schrittweise den Ausstoß schädlicher Gasverbindungen verhindern. Die Einigung zielt auf Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) ab, die vor allem in Kühlschränken und Klimaanlagen eingesetzt werden.

Die entwickelten Länder, darunter die USA und die meisten europäischen Staaten, wollen den Einsatz von FKW-Gasen bis 2019 um zehn und bis 2036 um gar 85 Prozent verringern.

Der Großteil der unterzeichnenden Staaten - unter anderem China - beginnt 2024 mit dem verringerten Einsatz. Entwicklungsländern wird mehr Zeit eingeräumt.

Wie schädlich sind FKW-Gase?

Die Chemikalien sind der Ersatzstoff für die bereits verbotenen FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe). Diese Gase waren für Löcher in der Ozonschicht verantwortlich.

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FKW-Gase schaden zwar nicht der Ozonschicht. Wie sich aber seit einigen Jahren abzeichnet, tragen sie massiv zur Erderwärmung bei. Forscher beschreiben sie als 100- bis 1000fach schlimmer als Kohlendioxid.

Die FCKW wurden 1987 im Abkommen von Montreal verboten. Die aktuelle Einigung erweitert die Absprachen von damals um das Verbot von FKW-Gasen.

Reicht das Abkommen, um den Klimawandel zu stoppen?

Die Gespräche in Ruanda galten als erster Test, wie sehr die Weltgemeinschaft die Ziele des Klimavertrags von Paris erreichen möchte. Darin wird eine Erderwärmung von deutlich unter zwei Grad angepeilt.

Von einem gewaltigen Schritt nach vorne sprach der US-amerikanische Außenminister John Kerry in Bezug auf das Abkommen von Kigali: "Damit erhalten wir die Möglichkeit, die Erderwärmung um ein halbes Grad Celsius zu verringern“, sagte er dem BBC.

Das Abkommen von Kigali ist also ein erster Versuch der Industriestaaten, die in Paris vereinbarten Ziele zu erreichen.

Wie reagiert die Weltöffentlichkeit auf das Abkommen?

Das Umweltprogramm der UN zeigte sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter begeistert von der Einigung: "Geschichte ist geschrieben. Die Länder des Montreal-Vertrags einigen sich nach dem größten Durchbruch seit Paris, mächtige Treibhausgase zu verbieten."

Ähnlich äußerte sich der Klimaexperte Durwood Zaelke gegenüber dem BBC: "Das ist ein historischer Tag." Das Abkommen stelle die größte Reduzierung der globalen Erwärmung dar, die jemals mit nur einer Einigung erzielt worden sei.

Auch Vertreter der Europäischen Union sprachen von einem Erfolg. "Das ist ein großer Sieg für das Klima. Wir haben den ersten konkreten Schritt getan, um die Ankündigungen von Paris vom vergangenen Dezember zu erfüllen", sagte Klimakommissar Miguel Arias Cañete.

Mit Material der dpa

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