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Jahrelang fotografierten Wissenschaftler das All - jetzt lösen die Bilder ein 100 Jahre altes Rätsel

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HUBBLE DEEP FIELD
Das "Hubble Ultra Deep Field" wurde aus verschiedenen Fotos, die das Hubble Teleskop aufgenommen hat, zusammengesetzt | Barcroft via Getty Images
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  • Mit dem Hubble-Weltraum-Teleskop fotografierten Wissenschaftler 20 Jahre lang das Universum
  • Nun haben sie die Fotos mit neuen mathematischen Methoden untersucht
  • Dabei machten sie eine spannende Entdeckung über die Anzahl der Galaxien

Mehr als 20 Jahre lang haben Wissenschaftler mit dem Hubble-Weltraum-Teleskop Fotos vom Universum aufgenommen. Ihr Ziel war es dabei, möglichst viel über die Galaxien herauszufinden. Als Galaxie bezeichnet man ein System von Millionen oder Milliarden von Sternen, die von ihrer Schwerkraft zusammengehalten werden.

Jetzt machten die Astronomen bei der Auswertung der Fotos eine überraschende Entdeckung: Das Universum enthält demnach mindestens zehnmal mehr Galaxien als bisher angenommen. Die derzeitigen Technologien könnten nämlich gerade einmal zehn Prozent des Universums erkennen. 90 Prozent des Universums müssten also noch untersucht werden.

Den Astronomen gelang es damit wahrscheinlich, der Lösung eines Rätsels näher zu kommen, das seit 1924 Wissenschaftler auf der ganzen Welt beschäftigt: Wie groß ist unser Weltall eigentlich? Damals entdeckte der US-Amerikaner Edwin Hubble, nach dem auch das Weltraum-Teleskop benannt ist, dass Andromeda nicht Teil unserer Milchstraße ist. Und somit eine benachbarte Galaxie.

Seine Theorie: Es muss mehrere Galaxien geben. Eine Größenordnung, geschweige denn eine genaue Zahl, zu finden, war bisher unmöglich.

Die Wissenschaftler hoffen jetzt auf die neuen Technologien

Die Mehrzahl der Galaxien ist laut den Wissenschaftlern zu blass und zu weit weg, um sie mit dem Hubble-Teleskop sehen zu können. Für ihre Untersuchungen wandelten die Wissenschaftler die Fotos des Teleskops von den Tiefen des Alls in 3D-Aufnahmen um. Dadurch konnten sie die Anzahl der Galaxien zu verschiedenen Zeiten in der Geschichte des Universums messen.

"Wer weiß, was wir erst finden werden, wenn wir die Galaxien mit der nächsten Generation von Teleskopen beobachten werden", sagte Christopher Conselice, der Leiter der Studie, der britischen Tageszeitung "The Guardian".

Die Wissenschaftler konnten in ihren Untersuchungen bis zu 13 Milliarden Jahre in die Vergangenheit des Weltalls schauen. Dabei habe sich gezeigt, dass es im jüngeren Universum sehr viel mehr und kleinere Galaxien gegeben habe, die vermutlich im Laufe der Zeit zu den großen Galaxien, wie auch unserer Milchstraße, verschmolzen sind.

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(vr)