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US-Geheimdienst hörte Telefongespräche von al-Bakr mit dem IS ab

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AL BAKR ABGEHRT GEHEIMDIENST
Der mutmaßliche Terrorist Dschaber al-Bakr wurde von einem US-Geheimdienst abgehört | dpa
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  • Laut einem Medienbericht hat ein US-Geheimdienst Telefongespräche des mutmaßlichen Terroristen Dschaber al-Bakr nach Syrien abgehört
  • Al-Bakr soll mit einem IS-Kontaktmann über Sprengstoff-Herstellung und mögliche Anschlagsziele gesprochen haben

Im Fall des mutmaßlichen Terroristen Dschaber al-Bakr bekamen deutsche Sicherheitsbehörden einen entscheidenden Hinweis von einem US-Geheimdienst. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Demnach soll der amerikanische Geheimdienst mehrere Telefongespräche von al-Bakr mit einem Kontaktmann der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien abgehört haben. Darin soll der 22-jährige Asylbewerber, der am Mittwoch in der Untersuchungshaft in Leipzig Selbstmord begangen hat, über seine Anschlagspläne gesprochen haben.

Großer Flughafen sei besser als ein Zug

In einem Telefonat in der vergangenen Woche ging es dabei nach Informationen der "Welt am Sonntag" auch um die Sprengstoff-Herstellung. "Zwei Kilo sind fertig", soll al-Bakr seinem IS-Kontakt mitgeteilt haben. Außerdem nannte der Syrer auch ein mögliches Anschlagsziel. Ein "großer Flughafen in Berlin" sei "besser als Züge".

In der Wohnung in Chemnitz, in der Dschaber al-Bakr zuletzt lebte, fanden die Ermittler neben zwei Zündern, Muttern, Klebstoff und Metallrohren auch rund ein Kilogramm Chemikalien, die als Grundsubstanz für den hochexplosiven Sprengstoff TATP gelten.

Rund 500 Gramm des weißen Kristallpulvers TATP waren bereits fertiggestellt und wurden von Experten des sächsischen Landeskriminalamtes in einem Erdloch kontrolliert gesprengt.

Mußmaßlicher Helfer al-Bakrs noch in Haft

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die seit Samstag die Ermittlungen im Fall des verhinderten Terroranschlags führt, geht davon aus, dass Dschaber al-Bakr eine Sprengstoffweste herstellen und damit einen Anschlag verüben wollte.

Der Mieter der Chemnitzer Wohnung, der 33-jährige Syrer Khalil A., befindet sich derzeit in Haft. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der Beihilfe ermittelt.

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(lk)