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Bruder des Terrorverdächtigen: Berliner Imam radikalisierte Jaber al-Bakr

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Bruder Al-Bakrs im "Spiegel": Berliner Imam hat meinen Bruder radikalisiert | dpa
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Der Bruder des mutmaßlichen IS-Terroristen Dschaber al-Bakr beschuldigt einen Berliner Imam, seinen Bruder radikalisiert zu haben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, sagte Alaa Al-Bakr, der Imam habe Dschaber einer Gehirnwäsche unterzogen und ihn aufgefordert, zum Kämpfen nach Syrien zurückzukehren. Den Namen des Imams soll er nicht genannt haben.

Außerdem soll er sich Horrorvideos aus Syrien angesehen haben.

Nach seiner Flucht wieder nach Syrien zurückgekehrt

Nach offiziellen Angaben war Dschaber al-Bakr am 19. Februar 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen, wurde in München registriert und in die Erstaufnahme nach Chemnitz weitergeleitet. Im Oktober 2015 erhielt er eine befristete Anerkennung für drei Jahre. Ab 10. März 2016 war er in Eilenburg nordöstlich von Leipzig gemeldet und zunächst nicht auffällig.

Zwischenzeitlich war er wieder in Syrien. Das habe die Familie mitgeteilt, berichtete der MDR am Mittwoch. Demnach reiste er im Herbst 2015 zwei Mal in die Türkei und hielt sich auch einige Zeit in der syrischen Stadt Idlib auf.

Im Herbst, so sagte es der zehn Jahre ältere Bruder dem "Spiegel", habe sich sein Bruder in der syrischen IS-Hochburg Rakka dem Islamischen Staat (IS) angeschlossen. Das habe Dschaber seiner Familie auch gesagt. Die Familie habe dann den Kontakt abgebrochen.

In den vergangenen zwei Monaten sei er wieder nach Deutschland zurückgekehrt.

Bruder nimmt Dschaber in Schutz

Zuletzt bereitete Dschaber nach Polizeieiangaben offenbar einen Sprengstoffanschlag auf einen Berliner Flughafen vor. Hochexplosiven Sprengstoff hatte er bereits. Am Montag wurde der 22-Jährige festgenommen, zwei Tage später erhängte er sich in seiner Zelle.

Der Bruder jedoch will nicht glauben, dass der Jüngere einen Anschlag plante.

Mit Material von dpa

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(lk)