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Alnatura geht einen wichtigen Schritt im Kampf gegen das Küken-Schreddern

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ALNATURA
Alnatura geht einen wichtigen Schritt - und rettet so Millionen Küken das Leben | dpa
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Millionen von ihnen landen jährlich auf dem Müll: Männliche Küken. Sie nutzen den Unternehmen nichts, weil sie keine Eier legen. im Klartext heißt das: Sie bringen kein Geld ein. Meistens ist ihr Tod grausam: Sie werden in Schredder-Maschinen gesteckt oder vergast.

Die Bio-Lebensmittelkette Alnatura will das ändern und setzt jetzt ein Zeichen gegen das Küken-Schreddern: Ab sofort will das Unternehmen nur noch Eier von Hühnern verkaufen, deren Bruderküken nicht getötet wurden - sondern als Masthähnchen aufgezogen wurden.

Über 50 Millionen Küken werden jährlich getötet

Im Mai 2016 entschied das Oberlandesgericht in Münster, dass das Töten der männlichen Tiere auch weiterhin erlaubt bleibt. Das Gericht sah einen Grund für die Ermordung: Das Aufziehen der Küken, die keine Eier legen können, sei mit einem zu hohen Aufwand für die Betriebe verbunden.

Über 50 Millionen Bruderküken werden jährlich in deutschen Schredder-Maschinen getötet oder vergast. Das gilt auch für Bio-Betriebe.

Alnatura setzt ein Zeichen für den Tierschutz

Die Bio-Kette Alnatura wollte die grausame Situation nicht mehr länger hinnehmen und setzt jetzt ein klares Zeichen. Ab sofort wird sie keine Eier mehr aus Betrieben verkaufen, die die Bruderküken tötet: "Wir gehen aus ethischen Gründen als erster überregionaler Bio-Händler diesen neuen Weg“, sagt Robert Poschacher, Bereichsverantwortlicher für das Produktmanagement bei Alnatura.

"Bislang gibt es in Deutschland lediglich vereinzelte, regionale Angebote für Eier aus Bruderküken-Haltung. Wir wollen jedoch so bald wie möglich in allen über 100 Alnatura Super Natur Märkten sowie bei ausgewählten Handelspartnern die neuen Alnatura Eier anbieten", sagt Poschacher.

Das bedeutet das für die

Für den Kunden bedeutet das, dass er mehr für seine Eier bezahlen muss. Bei einer 10er-Packung sind das 4 Cent pro Ei, also 40 Cent mehr pro Schachtel. Zwei Alnatura Pilotprojekte in Norddeutschland sollen gezeigt haben, dass die Kunden für die Aufziehung der männlichen Küken seien.

Doch was bedeutet das jetzt für die Tiere?

Klar ist: Sie werden trotzdem sterben. Eben nur ein paar Wochen später: Sie dürfen frühestens nach 17 Wochen getötet werden. In ihrer kurzen Lebenszeit sind sie nicht in Käfigen eingesperrt und haben ausreichend Freilauf. Das regelt eine EU-Vorschrift.

Ihr Tod wird ebenfalls weniger grausam sein als bislang. Da sie auf den Tellern der Kunden landen sollen, werden sie nicht mehr im Schredder landen.

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Ein Mann postete sein Sandwich und die Leute drehen durch - versteht ihr warum?

(ca)