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Saturn: So unterschiedlich sind die Ringe des Planeten

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SATURN
Der Planet Saturn hat viele verschiedene Ringe | Merikey via Getty Images
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  • So unterschiedlich sind die Ringe beim Saturn
  • Zudem ist der Gasriese der Planet mit den meisten Monden

Saturn ist der sechste Planet im Sonnensystem und nach Jupiter der zweite der vier Gasriesen. Das auffälligste an ihm ist seine Gestalt. Er ist der einzige unter den acht Planeten mit einem von der Erde aus gut erkennbaren Ring.

Das Rätsel der Saturn-Ringe

Genau genommen ist es nicht ein Ring, sondern ein komplexes Ringsystem. Unterschiedliche Gesteins- und Eisbrocken bilden in einer radial und speichenartigen Anordnung über 100.000 einzelne Ringe. Diese Partikel variieren zwischen der Größe eines Staubkorns und der eines Lastwagens.

Durch die unterschiedliche Zusammensetzung der Ringe ergeben sich verschiedene Farbtöne. Der erste Ring beginnt in etwa 7000 Kilometer Abstand zur Saturn Oberfläche und hat einen Durchmesser von 134.000 Kilometer. Der äußerste Ring hat einen Durchmesser von 960.000 Kilometer. Das bedeutet die gesamte Ringbahn ist breiter als der Abstand von der Erde zum Mond (384.400 km).

Erstaunlicherweise sind die Ringe extrem dünn und nur zwischen zehn und hundert Metern dick. Um etwas Ordnung in die Ringe zu bringen, werden sie in Reihenfolge ihrer Entdeckung von innen nach außen als D-, C-, B-, A-, F-, G- und E-Ring bezeichnet.

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Auch die größeren Lücken zwischen den Ringen haben eigene Namen. Die größte Lücke ist die Cassinische Teilung, benannt nach der Raumsonde Cassini, die sie entdeckt hat. Der äußerste und mit Abstand größte Ring wird auch Phoebe-Ring genannt, und wurde bereits 2009 mit dem Infrarotteleskop Spitzer entdeckt - wie damals auch das Nachrichtenportal "Focus" berichtet hat.

Doch die tatsächlich noch enormeren Ausmaße des für das menschliche Auge unsichtbaren Staubringes wurden erst durch anschließende Forschung bekannt. Sein Durchmesser beträgt nicht wie anfangs angenommen 26 Millionen sondern 32 Millionen Kilometer, das ist etwa ein Viertel des Abstandes der Erde zur Sonne.

Wie genau die Ringe des Saturn entstanden sind, ist noch Thema der Forschung. Sicher ist, dass es das Ringsystem nicht ewig geben wird. Durch die Anziehungskraft des Saturns tauchen immer wieder Teile in seine Atmosphäre ein und verglühen.

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Deshalb würde der Gasplanet schwimmen

Zwar ist Saturn nach Jupiter der größte Planet im Sonnensystem, sein Durchmesser ist fast zehn mal so groß wie der der Erde. Doch er hat nur 30 Prozent der Masse von Jupiter.

Könnte man alle Planeten zusammen in eine riesige Badewanne werfen, wäre Saturn der einzige Planet, der an der Oberfläche schwimmen würde. Seine mittlere Dichte ist geringer als die von Wasser und das würde ihm Auftrieb geben. Seine Atmosphäre besteht zu etwa 97 Prozent aus Wasserstoff und zu etwa drei Prozent aus Helium sowie leichten Spuren von Methan und Ammoniak.

Mit zunehmenden Druck verwandelt sich der gasförmige Zustand des Wasserstoffs in einen flüssigen. Allerdings existiert keine klar definierbare Oberfläche, weil der Druck so steigt, dass eine Unterscheidung von flüssig und gasförmigen Aggregat nicht mehr festzustellen ist. Thermodynamisch spricht man hierbei von dem kritischen Punkt, der durch den Druck überschritten wird. Im Inneren vermutet man einen festen Kern aus Silikatmineralen und metallischem Eisen.

So viele Monde wie kein anderer

Fast kein anderer Planet hat so viele Monde wie Saturn. Mit 62 Monden hat er nur zwei weniger als Jupiter. Der größte Saturn-Mond mit 5150 Kilometern Durchmesser heißt Titan. Als einziger Planetentrabant ist er mit einer dichten Atmosphäre umgeben.

Eine Besonderheit stellen auch die beiden Monde Janus und Epimetheus dar. Sie umkreisen den Saturn auf zwei fast gleichen Umlaufbahnen. Alle vier Jahre kommen sie sich so nahe, dass sie aufgrund ihrer Anziehung die Bahnen tauschen. Enceladus ist ein 500 Kilometer großer Eismond. Er besitzt die hellste Oberfläche des Sonnensystems und wirft 90 Prozent des auftreffenden Sonnenlichts zurück ins Universum.

Während Saturn für seine Rotation nicht einmal elf Stunden benötigt, dauert seine Umkreisung der Sonne knapp 30 Jahre. Er war der äußerste, erkennbare Planet im Altertum und aufgrund seiner langen Umlaufzeit nannten die alten Griechen den Planeten Chronos - die Zeit.

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(cho)