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Dieser Gast bei "Illner" hat den Rechtspopulismus erfunden - heute erklärt er, wie man ihn bekämpfen kann

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PETZNER
Der Wahlkampfmanager Stefan Petzner bei "Maybrit Illner" | ZDF mediathek
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Der Populismus übernimmt die Welt. Ob beim US-Präsidentschaftswahlkampf in den USA, beim Brexit-Votum in Großbritannien oder bei der Diskussion über die Lösung der Flüchtlingskrise in Deutschland: Die Politik scheint nur noch von Emotionen geleitet - und zwar von negativen.

Die "Maybrit Illner"-Sendung am Donnerstagabend befasste sich mit den weltweiten Erstarken des Populismus. "Wie wird aus Wut Politik?“, fragte die Moderatorin.

Ein Gast konnte dies ganz genau erklären. Der Österreicher Stefan Petzner weiß genau, wie Populismus funktioniert. Er war einst Sprecher und Wahlkampfmanager des FPÖ-Vorsitzenden Jörg Haider, der 2008 bei einem Autounfall ums Leben kam. Illner bezeichnete ihn als einen der "Stammväter des erfolgreichen Populismus". Die FPÖ war die erste rechtspopulistische Partei Europas - man kann also sagen, dass Petzner den Populismus mit erfunden hat.

"Heute würde ich gewisse Slogans nicht wiederholen"

Heute blickt er kritischer auf die Zeit mit Jörg Haider zurück. Sein Job sei es gewesen, um jeden Preis zu gewinnen. "Heute würde ich gewisse Slogans nicht wiederholen", sagte er.

"Was machen etablierte Parteien falsch im Umgang mit den Rechtspopulisten?", fragte ihn die Moderatorin. Petzner hatte einen wichtigen Rat, wie man mit ihnen umzuspringen habe.

Das Problem sei, dass man die Populisten noch stärker mache, wenn man versuche, sie zu bekämpfen. Haider habe in Österreich seinen Erfolg gehabt, da seine Gegner alles taten, um ihn noch populärer zu machen, sagte Petzner.

Populistische Parteien wie die AfD lebten vom kalkulierten Tabubruch und der Provokation, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Auf diese Weise habe es auch Donald Trump geschafft, von allen Kandidaten im US-Wahlkampf die meiste Sendezeit zu bekommen.

"Viele machen den Fehler, dass sie auf diese Maschen reinfallen" - gerade die Medien. Sein Rat: Populisten einfach mal ignorieren. "Man soll nicht auf jede Provokation und jeden Tabubruch einsteigen", so Petzner.

"Applaus wandelt sich bei den Bürgern in Ekel um"

"Wenn sie sie ignorieren, schrauben die Populisten die Dosis höher, weil sonst ihr politisches Modell nicht funktioniert." Irgendwann würden sie dann aber den Bogen überspannen.

So sei es zum Beispiel dem Niederländer Geert Wilders ergangen, der eine Wahl verloren hatte, nachdem er gegen Marokkaner gehetzt hatte - er hatte es übertrieben, seine einstigen Unterstützer wandten sich von ihm ab.

"Dann kann es passieren, dass sich der erhoffte Applaus bei den Bürgern in Ekel umwandelt." Das sei der einzige Weg, Populismus zu bekämpfen.

Wir sollten auf seinen Rat hören.

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