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Nach Al-Bakr-Suizid: Pflichtverteidiger "wahnsinnig schockiert und absolut fassungslos"

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ALBAKR
Der Terrorverdächtigen Jaber Albakr soll sich mit einem T-Shirt stranguliert haben. | dpa
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  • Der Anwalt des Terrorverdächtigen Jaber Al-Bakr kritisiert die JVA Leipzig
  • Sein Mandant hatte sich am Mittwochabend in seiner Zelle umgebracht
  • Der Rechtsanwalt sagt, er sei "wahnsinnig schockiert und absolut fassungslos"

Der Pflichtverteidiger des Terrorverdächtigen Dschaber Al-Bakr zeigt sich nach dessen Selbstmord entsetzt.

"Ich bin wahnsinnig schockiert und absolut fassungslos, dass so etwas passieren kann“, sagte der Verteidiger Alexander Hübner gegenüber der Nachrichtenplattform "Focus Online". Der Anwalt soll es einen "Justizskandal" genannt haben, dass sein suizidgefährdeter Mandant es schaffte, sich in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Leipzig umzubringen.

Wie die Nachrichtensendung "MDR Aktuell" auch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter berichtet, soll sich der Terrorverdächtige wohl mit einem T-Shirt selbst stranguliert haben.

Hübner betonte, dass den Verantwortlichen der JVA Leipzig das Suizid-Risiko des Beschuldigten bekannt gewesen sei. "Ich bin fassungslos, da ich davon ausgegangen bin, dass mein Mandant – jedenfalls zur Zeit – als einer der bestbewachtesten Gefangenen in Deutschland gelten konnte", sagte der Rechtsanwalt dem MDR 1 Radio Sachsen.

Hübner: Der JVA war das Suizid-Risiko bekannt

Von dem stellvertretenden JVA-Leiter sei dem Anwalt versichert worden, dass Al-Bakr in Einzelhaft sitze und ständig beobachtet werde.

Hübner erklärte zudem, dass sich sein Mandant sich seit der Festnahme in Hungerstreik befand. Er soll auch bereits "Lampen zerschlagen und an Steckdosen manipuliert“ haben.

"Für jemanden, der sich im Hungerstreik befindet und als suizidgefährdet gelten konnte, gibt es allein auf Grund der Gesamtumstände besonders gesicherte Haftumstände. Da gibt es besonders gesicherte Hafträume in den JVA’s, die auch mit Kameras bewacht sind. So etwas in der Art hätte ich mir jetzt vorgestellt. Aber anscheinend hat das nicht stattgefunden", kritisierte der Anwalt gegenüber "MDR 1 Radio Sachsen".

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(ca)

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