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"Justin Timberlake + The Tennessee Kids": So beliebt ist der Konzertfilm des Sängers bei Netflix

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Mehr als ein gewöhnlicher Konzertfilm:

134 Shows in zwei Jahren. Das ist die Bilanz von Justin Timberlakes (35) "20/20 Experience World Tour". Eine der erfolgreichsten Touren der letzten Jahre. Um das große Finale der Tour in einem Film einzufangen, hat sich das Multitalent niemand Geringeren als Regisseur und Oscar-Gewinner Jonathan Demme (72, "Das Schweigen der Lämmer") an seine Seite geholt. Aufgezeichnet wurden die letzten beiden Shows der Tour in der MGM Grande Garden Arena in Las Vegas im Januar 2015. Herausgekommen ist die 90-minütige Doku "Justin Timberlake + The Tennessee Kids". Und da Justin ohnehin noch nie halbe Sachen gemacht hat, übernimmt die Vermarktung des Films zunächst der Streaming-Riese Netflix - exklusiv.

Doch hält das namhafte Aufgebot, was es verspricht? Der eine hat einen Grammy, der andere einen Oscar. Kann dabei etwas Schlechtes herauskommen? Wohl kaum. Und so ist es dann auch: Was Timberlake mit seiner 14-köpfigen Big-Band (den "Tennessee Kids") und seinen unzähligen Tänzern auf die Beine gestellt hat, verdient wahrlich das Attribut bombastisch. Die massive Bühne, die Show, die Tanzeinlagen, das Licht wirklich alles ist perfekt aufeinander abgestimmt. Jeder Move sitzt punktgenau auf jeder Note. Man merkt, dass die Truppe über 100 Shows hinter sich hat. Spontan ist da nichts.

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Dennoch: Die Hitdichte in der Set-List ist fast schon beängstigend. Einen einzelnen Höhepunkt herauszustellen müßig. Ein wahrer Gänsehaut-Moment ist aber sicherlich die Akustik-Version von "What Goes Around...Comes Around". Und auch die Bühnenkonstruktion ist so vielseitig wie Justin selbst. Schwebt er doch auf einem beweglichen Konstrukt mit seinen Tänzern über die Köpfe der Zuschauer. Justin zum Anfassen gibt es dann auch kurze Zeit später, als er sich mitten ins Publikum stellt und dort Hände schüttelt, während er perfekt weiter trällert. Eben Showmanship auf höchstem Niveau. Man merkt dem ganzen Film an, dass Timberlake ein Perfektionist ist.

Wenn dann richtig

Dass sich Timberlake ausgerechnet Demme als Regisseur ins Boot holt, ist aber natürlich kein Zufall. Denn der Oscar-Gewinner hat schon öfter Rock-Shows auf die große Kino-Leinwand gebannt. Seinen Einstand in dem Genre feierte Demme bereits 1984 mit "Stop Making Sense", dem Konzert-Film der US-amerikanischen Rock-Band "Talking Heads". Die Liste der Musiker, mit denen der 72-Jährige außerdem gearbeitet hat, ist ebenso hochkarätig wie lang. Für Neil Young drehte er gleich eine Konzert-Film-Trilogie und für New Order oder Bruce Springsteen Video-Clips.

Und natürlich sind der Schnitt und die Dramaturgie über alle Zweifel erhaben. Mit "Justin Timberlake + The Tennessee Kids" hat JT eine perfekt inszenierte Show auf Film gebannt, die das Live-Gefühl des Abends sehr gut transportiert. Das Beste daran ist aber: Man bekommt einige schöne Einblicke hinter die Kulissen.