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Fall al-Bakr - Sächsischer Gefängnis-Leiter: "Suizide lassen sich nicht immer verhindern"

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GEFNGNIS
Selbstmord in Gefängnissen lässt sich nie ganz verhindern. | Thinkstock
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Nach dem Selbstmord des terrorverdächtigen Syrers Dschaber al-Bakr gibt es eine heftige Diskussion über die Rolle der sächsischen Justiz.

Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, stellte im Gespräch mit der Huffington Post den Rücktritt des sächsischen Justizministers Sebastian Gemkow in den Raum. "Wenn sich herausstellt, dass es in Sachsen vorwerfbare Versäumnisse gegeben hat, etwa bei den Beschäftigten oder bei Strukturen, dann sind Konsequenzen unausweichlich", sagt er der Huffington Post.

Und Versäumnisse scheinen tatsächlich möglich zu sein. Denn wie ein mit dem sächsischen Strafvollzug vertrauter Experte im Gespräch mit der Huffington Post sagte, ist es durchaus möglich, Gefangene vor dem Suizid zu schützen, wenn eine konkrete Selbstmordgefahr besteht.

Das geht bis hin zu der Maßnahme, dass Gefangene bis auf die Unterhose ausgezogen in leere Zellen unter Dauerüberwachung gestellt werden können.

Dass das im Fall al-Bakr geholfen hätte, ist allerdings unklar. Thomas Galli, Leiter der Justizvollzugsanstalt Zeithain (Sachsen), sagt der Huffington Post: "Die Suizidprävention wird in sächsischen Gefängnissen generell sehr ernst genommen, da gibt es auch keinen Unterschied zu anderen Bundesländern."

Wichtig sei aber auch zu wissen: "Man kann jemanden vielleicht einen Tag oder mehrere Tage vom Suizid abhalten - aber so etwas kann man nicht mit hundertprozentiger Sicherheit auf Dauer verhindern, wenn jemand entschlossen ist, sich umzubringen."

Wenn sich Gefangene immer weiter in Suizidgedanken hineinsteigere, könne es "manchmal sogar sicherer sein, wenn man denjenigen nicht dauerhaft beobachtet", sagt Galli.

Al-Bakr hatte sich am gestrigen Mittwochabend seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Leipzig erhängt. Er plante laut BKA Anschläge auf deutsche Flughäfen und Bahnhöfe.

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