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Ein Mann brach im Flugzeug zusammen - aber das Personal hinderte Passagiere daran, ihm zu helfen

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DELTA AIRLINES
Bei einem Flug von "Delta Airlines" wurde eine Ärztin diskriminiert - auf Facebook macht sie darauf aufmerksam | Joshua Roberts / Reuters
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An Bord eines Fluges der Gesellschaft "Delta Airlines" spielten sich dramatische Szenen ab: Plötzlich schrie eine Frau um Hilfe, weil ihr Ehemann medizinische Probleme hatte. Der Mann war weggetreten. Die Mitarbeiter der Fluglinie suchten einen Arzt an Bord, der helfen kann. Da meldete sich Tamika Cross.

Doch niemand wollte die Hilfe der Ärztin. Öffentlich wirft sie einer Stewardess nun Rassismus vor. Cross ist schwarz und sieht darin den Grund, wieso sie sich nicht um den Patienten kümmern durfte.

Auf Facebook prangert sie an:

"Ich bin mir sicher, dass meine farbigen Kolleginnen es verstehen werden, wenn ich sage: Ich bin es satt, nicht respektiert zu werden.

Als ich mit der Fluggesellschaft "Delta Airlines" flog, schrie eine Frau um Hilfe. Ihr Mann war plötzlich bewusstlos geworden. Wie selbstverständlich wechselte ich in den Arzt-Modus - niemand sonst stand auf. Ich öffnete meinen Sicherheitsgurt und schmiss das Tablett neben mich. Als ich gerade aufstehen wollte, sagte ein Flugbegleiter: "Bitte bleiben Sie alle ruhig. Er hat nur Angst vor der Nacht, es geht ihm gut."

Ich beobachtete die Szene weiterhin.

Wenige Minuten später ist der Mann erneut weggetreten. Der Flugbegleiter schreit: "Sucht sofort nach einem Arzt an Bord." Ich hob meine Hand, um die Stewardess auf mich aufmerksam zu machen. Als sie mich sah, sagte sie: "Oh nein, Süße, nimm deine Hand wieder runter. Wir sind auf der Suche nach richtigen Ärzten, Krankenschwestern oder jemandem mit medizinischer Erfahrung. Wir haben gerade keine Zeit, uns mit dir zu unterhalten."

Ich versuchte, ihr zu erklären, dass ich Ärztin bin. Doch bei jedem meiner Versuche kamen nur abwertende Bemerkungen.

Auf einmal reklamierte die Crew: "Alle Ärzte an Bord sollen bitte ihren Knopf drücken." Ich starrte die Stewardess an, als ich meinen Knopf drückte. Sie sagte: "Oh wow, Sie sind eine Ärztin?" Ich bejahte ihre Frage. Sie sagte: "Lassen Sie mich Ihre Referenzen sehen. Was für eine Art Ärztin sind Sie? Wo arbeiten Sie? Wieso waren Sie in Detroit?

Zur Erinnerung: Der Mann braucht immer noch Hilfe. Aber sie blockiert die komplette Reihe, indem sie rumstand und mich mit Fragen bombardierte.

Ich antwortete: "Gynäkologin und Geburtshilfe. Ich arbeite in Houston. Ich war in Detroit auf einer Hochzeit eingeladen. Glauben Sie es oder nicht: Auch in Detroit gibt es Ärzte. Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte: Der Mann braucht Hilfe."

Plötzlich näherte sich ein weißer Mann und sagte, er sei ebenfalls Arzt. Die Stewardess sagte zu mir: "Danke für Ihre Hilfe, aber er kann uns sicherlich helfen und hat Referenzen." Zur Info: Er hat der Stewardess überhaupt nichts gezeigt. Er stand plötzlich da und entsprach "den allgemeinen Ansichten über einen Arzt."

Ich blieb sitzen. Verblüfft. Mein Blut kochte. Der Kranke reagierte endlich wieder auf Fragen - glücklicherweise schien es ihm wieder besser zu gehen.

Zehn Minuten später besaß diese Kuh tatsächlich die Nerven, mich zu fragen, was wir tun sollten. Ich erklärte ihr, dass die Vitalzeichen und der Blutzuckerspiegel sehr wichtig seien. Sie kam zurück und teilte mir einen Blutdruck von 80/50 mit. Das ist super niedrig. Außerdem konnten sie kein Gerät zum Messen des Blutzuckers an Bord finden.

Wir versuchten, dem Mann medizinisch zu helfen. Ich schluckte die Worte, die ich ihr am liebsten an den Kopf geschmissen hätte, runter und half mit. Der Punkt ist: Sie brauchte meine Hilfe wirklich.

Der Patient und seine Frau waren nicht das Problem. Sie brauchten Hilfe und wir hatten erst die halbe Flugstrecke zurückgelegt.

Die Stewardess hat sich einige Mal bei mir für ihr Verhalten entschuldigt. Sie boten mir auch Flugmeilen an. Ich lehnte sie freundlich ab. Hier geht es um viel mehr. Ich will keine Flugmeilen im Austausch gegen offensichtliche Diskriminierung. Egal ob sie von meiner Hautfarbe, meines Alters oder meines Geschlechts ausgelöst wurde.

Das ist einfach nicht richtig. Die Stewardess wird damit auch nicht davonkommen. Und ich werde trotzdem meine Flugmeilen bekommen."


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