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Wirbel um Weihnachtsverbot in Kita – jetzt werden die Mitarbeiter bedroht

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Nach dem Wirbel um ein Weihnachtsfest in einer städtischen Kita werden nun Mitarbeiter der Stadt bedroht. (Symbolbild) | dpa
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  • Einem Medienbericht zufolge, soll in einer Kita in Kassel Weihnachten ausfallen
  • Die Stadt erhielt daraufhin mehrere hundert Hass-Mails
  • Zwischenzeitlich sagte die Jugendstadträtin, dass die Kita die Weihnachtszeit sehr wohl feiern würde

Es war zunächst nur eine kleine Meldung: Eine Lokalzeitung berichtete über eine Kita in Kassel, die angeblich das Weihnachtsfest ausfallen lässt - aus Rücksicht auf Kinder anderer Religionsgemeinschaften.

Doch die Meldung sorgte für enorme Diskussionen, jede Menge Verwirrung und Hass.

Schon wenige Tage nach der ersten Meldung erhielten Mitarbeiter der Stadt Kassel über 100 extrem beleidigende Hass-Mails und Drohungen. Mittlerweile schaltete sich sogar der Bürgermeister ein.

Wie konnte es dazu kommen? Wie die "Hessische Niedersächsische Allgemeine" berichtet, hatten sich zunächst Eltern an die Zeitung gewandt und sich darüber beschwert, dass aus Rücksicht auf Kinder mit anderem Glauben kein Weihnachtsfest in der Kindertagesstätte gefeiert werde.

Damit begann die Verwirrung.

Denn wie die Zeitung weiter berichtet, habe die Pressestelle der Stadt zunächst bestätigt, dass es in der Kita in den vergangenen Jahren tatsächlich kein Weihnachtsfest gegeben habe.

Jugend-Stadträtin widerspricht

Dann aber teilte die Stadtverwaltung mit: "Die Aussage, dass in den vergangenen Jahren das Weihnachtsfest ausgefallen ist, ist falsch", sagte Kassels Jugend-Stadträtin Anne Janz. "In allen städtischen Kindertagesstätten werden die mit dem Weihnachtsfest verbundenen christlichen Traditionen gelebt. Das gilt selbstverständlich auch für die Kita Sara-Nussbaum-Haus."

Demnach würden beispielsweise Weihnachtsplätzchen gebacken und die Gruppenräume zum Advent geschmückt. Das Weihnachtsfest selbst werde hingegen deshalb nicht gefeiert, weil die Kitas schlichtweg an den Weihnachtsfeiertagen geschlossen sind.

Hass-Mails: "Volksverbrecher Ihr"

Trotz des Dementis der Stadträtin sorgte die Diskussion für immer mehr Wirbel. Sogar die katholische Kirche habe sich mittlerweile gemeldet und beklagt, christliche Werte würden in den Kitas der Stadt zu kurz kommen, schreibt die "HNA".

Aber damit nicht genug: Die Mitarbeiter der Stadt werden seit einigen Tagen mit Hass-Mails überschwemmt, wie die Stadt Kassel der Huffington Post bestätigte.

Kleine Kostprobe: "Verfluchte Scheißhausfliegen, die ihr seid", ihr solltet "in der Jauchegrube oder in einer Kläranlage ertränkt werden", habe es in einer Mail geheißen.

In einer weiteren hieß es: "Verrecken sollt Ihr widerlichen Islam-Arschkriecher. Volksverbrecher Ihr". "Diese linksversiffte Erzieherkaste wird sich bald am Ende befinden", soll es in einer anderen Mail geheißen haben.

Von wem die Mails stammen, lasse sich für die Stadt Kassel nicht nachvollziehen, sagte ein Sprecher. "Unser Eindruck ist, dass diese Mails zum ganz überwiegenden Teil aus dem gesamten Bundesgebiet und zum Teil aus dem Ausland (Österreich und Russland) verschickt wurden".

Wie die "HNA" berichtet, kündigte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen an, jeden einzelnen dieser Fälle zu verfolgen und Strafantrag stellen zu wollen.

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