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Trump erklärt seinen Republikanern den Krieg – das sind die Folgen für den US-Wahlkampf

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Trump erklärt seinen Republikanern den Krieg – das sind die Folgen für den US-Wahlkampf | Reuters
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  • Trump greift mit harschen Worten hochrangige Vertreter seiner eigenen Partei an
  • Zuvor hatten sich einige republikanische Abgeordnete von ihrem Präsidentschaftskandidaten distanziert
  • Für die republikanische Partei könnte dieser interne Kampf fatale Folgen haben
  • Einer neuesten Umfrage zufolge ist Trumps Rückstand auf Clinton weiter gewachsen

Nach den Enthüllungen rund um frauenfeindliche Äußerungen Donald Trumps haben sich hochrangige US-Republikaner von ihrem Präsidentschaftskandidaten distanziert.

Doch der schlägt nun zurück - und löst damit einen Streit in der "Grand Old Party" aus, der den Republikanern enorm Schaden könnte.

Den republikanischen Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses Paul Ryan beschimpfte Trump auf Twitter als "schwachen und uneffektiven Anführer". Das Pikante daran: Trump greift damit den aktuell mächtigsten Politiker seiner Partei an.

Der Grund für Trumps Attacke: Nach der Veröffentlichung des Videos, in dem Trump sexuelle Übergriffe auf Frauen schönredet, hatte Ryan den Milliardär kritisiert und schließlich erklärt, dass er ihn nicht mehr verteidigen wolle.

Trump beschimpft Republikaner auf Twitter

Trump reagierte schnell auf Ryans Kritik und twitterte: "Paul Ryan sollte mehr Zeit darauf verwenden, den Haushalt auszugleichen und sich um Jobs und illegale Einwanderung zu kümmern und seine Zeit nicht dafür verschwenden, den republikanischen Kandidaten zu bekämpfen."

Aber auch für den republikanischen Senator John McCain hatte Trump noch einen abwertenden Tweet übrig: "Der sehr unflätige Senator John McCain bettelte um meine Unterstützung bei seinen Vorwahlen (ich habe sie ihm gegeben, er hat gewonnen), jetzt lässt er mich wegen dem Umkleiden-Gerede fallen." (Anm. d. Red.: Trump bezeichnete seine vulgären Äußerungen in dem veröffentlichten Video von 2005 wiederholt als "Umkleiden-Gerede")

Kein Wunder, dass Trump sich ärgert. Einer neuen Umfrage von "NBC News" und dem "Wall Street Journal" zufolge, führt Hillary Clinton nach der letzten TV-Debatte am Sonntag mit neun Prozentpunkten vor Trump.

Clinton gewinnt weiter an Vorsprung

Clinton kommt demnach auf 46 Prozent der Stimmen, Trump auf 37. Laut der US-Tageszeitung "New York Times" hatte seit dem zweiten Weltkrieg zu diesem Zeitpunkt vor einer Wahl kein Kandidat der beiden großen Parteien einen so geringen Stimmenanteil.

Wie die "NYT" weiter berichtet, gehen Clintons Wahlkampfmanager schon davon aus, realistische Sieges-Chancen in den traditionell republikanischen Staaten Georgia und Arizona zu haben.

Trump erklärt seinen Absturz indes auch mit der Kritik aus den eigenen Reihen. Auf Twitter beschwert er sich, dass illoyale Republikaner weitaus schädlicher für seine Wahl seien als seine Gegnerin Hillary Clinton.

"Sie wissen nicht, wie man gewinnt – Ich werde es Ihnen zeigen", schreibt er weiter. Der Milliardär gibt sich also weiterhin siegessicher.

Trump schreibt sogar: "Es ist so schön, dass die Fesseln jetzt von mir genommen wurden und ich jetzt so für Amerika kämpfen kann, wie ich das will."

Der entfachte Streit in der republikanischen Partei ist allerdings nicht nur für Trump schädlich, weil er die Unterstützung von vielen Republikanern verliert.

Der Streit ist vor allem auch für die gesamte republikanische Partei gefährlich. Im November wird nämlich nicht nur der Präsident gewählt, es finden auch Wahlen für den Senat und das Repräsentantenhaus statt.

Der Streit schadet Republikanern in Senat und Abgeordnetenhaus

Viele der enthusiastischen Unterstützer Trumps dürften sich in den Wahlen für Senat und Abgeordnetenhaus also von genau den Republikanern entfernen, die Trump kritisiert und ihm die Unterstützung entsagt haben.

Umgekehrt können republikanische Kandidaten für Senat und Abgeordnetenhaus auch Stimmen verlieren, wenn sie sich nicht klar und deutlich von Trump distanziert haben. Schließlich haben seine jüngsten Äußerungen über Frauen auch viele republikanische Wähler abgeschreckt.

Der Streit um den umstrittenen Präsidentschaftskandidaten droht also die Wähler der "Grand Old Party" in zwei Lager zu spalten – die Partei selbst kann dabei nur verlieren.

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Trumps Absturz in den jüngsten Umfragen könnte aber noch einen weiteren Nachteil für die Republikaner in den Senatswahlen haben.

Wenn der Vorsprung Clintons sich nämlich noch weiter stabilisiert, könnten die Geldreserven, die noch für Clintons Präsidenten-Wahlkampf vorgesehen waren, auch für die Wahlen im Senat genutzt werden.

Wie die New York Times berichtet, gibt es bei einem "Super PAC", der Clintons Wahlkampf finanziell unterstützt, bereits die Überlegung, Werbespots für die Senatswahlen zu finanzieren.

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