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"Die Welt der Wunderlichs" im Kino: Eine schräge Familienstory - und eine Casting-Show

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Mimi (Katharina Schüttler) wird von Nico (Steffen Groth) angebaggert

Familie ist das schönste und schlimmste zugleich - zumindest im Fall von Mimi Wunderlich (Katharina Schüttler, 36) in der neuen Kinokomödie "Die Welt der Wunderlichs" (Kinostart: 13. Oktober) von Regisseur Dani Levy (58, "Tatort: Schmutziger Donnerstag"). Seit Mimi sich unfreiwillig von ihrer Künstlerkarriere verabschiedet hat, jobbt sie in einem Musik- und Elektronik-Fachmarkt. Mehr schlecht als recht, denn ihr hyperaktiver Sohn Felix (Ewi Rodriguez) fordert regelmäßig eine Portion Extra-Aufmerksamkeit.

Das ist umso anstrengender, als sie ihn im Grunde genommen allein erzieht. Der Kindsvater kämpft mit dem Sex- und Drugs-Teil seines Musikerdaseins. Oder um es mit den Worten des Schauspielers Martin Feifels (52, "Kommissar Süden und der Luftgitarrist") zu sagen, der im Film besagten Johnny spielt: "Ich spiele den Ex von der Hauptdarstellerin, der ab und zu das gemeinsame Kind nehmen soll. Jetzt ist Johnny aber ein ziemlich verhauter und kaputter Typ, der mit Drogen und besoffen auf die Bühne gegangen ist. Damit hat er im Grunde genommen auch die Musik-Karriere von Mimi zerstört..."

"Die Welt der Wunderlichs" von Regisseur Dani Levy - bei Clipfish können Sie den Trailer sehen

Der Sohn von Mimi und Johnny will, dass seine Mutter nicht mehr traurig ist und meldet sie deshalb heimlich bei einer Castingshow in Zürich an. Mimi will ihre Chance nutzen, aber allein! Doch es kommt anders...

Tolle Besetzung

Neben den bereits genannten Schauspielern Katharina Schüttler und Martin Feifel sind unter anderem Peter Simonischek (70, "Toni Erdmann"), Steffen Groth (42, "Alles auf Zucker!") und Hannelore Elsner (74, "Alles auf Zucker!") zu sehen. Alle samt im Film mit den unterschiedlichsten Neurosen gesegnet. Eine große Überraschung ist Christiane Paul (42, "Das Leben ist eine Baustelle"), die Mimis große Schwester spielt. Denn so herrlich Tussi-mäßig hat man sie noch nicht gesehen, jene Schauspielerin, bei der stets der Zusatz "Sie ist auch promovierte Ärztin" genannt wird.

Blick hinter die Kulissen einer Castingshow

Prominent besetzt ist auch die Jury im Film: Die drei Musiker Thomas Anders (53, Modern Talking), Sabrina Setlur (42, "Du liebst mich nicht") und Friedrich Liechtenstein (*1956) haben einen Cameo-Auftritt als Juroren in der fiktiven TV-Show "Second Chance". Nicht nur bei diesen Szenen gewährt "Die Welt der Wunderlichs" einen gar nicht mal so unrealistischen Einblick in das knallhart kalkulierte Geschäft dieser TV-Show-Gattung.

Fazit - Lohnt sich der Kinobesuch?

Auf jeden Fall. Wer schräge Familienkomödien oder Komödien über schräge Familien à la "Die Royal Tenenbaums" (2001), "Alles auf Zucker!" (2004) oder "Little Miss Sunshine" (2006) mag, ist in "Die Welt der Wunderlichs" bestens aufgehoben. "Die Geschichte ist toll und das Ensemble ist großartig", urteilte auch Schauspieler Martin Feifel im Gespräch mit spot on news vollkommen zurecht.

Und bei der Premiere des Films beim Filmfest München plauderte der Regisseur Dani Levy noch ein bisschen aus dem Nähkästchen: "Es dauerte zwölf Drehbuchfassungen, bis der Film gedreht werden konnte. Das ist sogar für meine Begriffe, der schon wirklich gerne viel schlecht schreibt, eine ziemliche Rekordzahl." Auch damit waren ihm die Lacher sicher.

In jedem Fall wünschte der Meister dann noch "Gute Projektion!" - ob er damit allerdings die Projektion des Films auf die Leinwand meinte oder den spannenden Begriff aus der Psychoanalyse, blieb offen. Passen würde beides...