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Claudia Roth: "Dieser entgrenzte Hass ist eine neue Erfahrung"

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CLAUDIA ROTH
Die Grünen-Politikerin Claudia Roth | Thomas Peter / Reuters
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  • Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth fordert eine "Mobilisierung für Demokratie" gegen Rechts
  • Zudem müsse der Staat gegen Hass härter vorgehen

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) verlangt ein härteres Vorgehen des Rechtsstaats gegen Hass von Rechts und fordert eine "Mobilisierung für Demokratie".

"Als ich vor kurzem zum Beispiel in Bautzen war, musste ich mich schon fragen, wer dort eigentlich noch das Sagen hat. Der Rechtsstaat oder die Rechtsverächter?", sagte Roth der "Welt".

Dort gebe es Bereiche, die vom Rechtsstaat nicht mehr geschützt seien und in denen Menschen permanent Angst hätten und vorsichtig sein müssten. "Aber ich werde natürlich nicht aufhören, da hinzufahren."

Die Aggressivität, die ihr am Tag der Deutschen Einheit in Dresden entgegenschlug, habe eine neue Dimension erreicht. "Kritik bin ich ja gewohnt und kann das auch gut aushalten", sagte Roth.

"Ich bin die ideale Projektionsfläche für Rechtspopulisten"

"Selbst mit Beschimpfungen kann ich leben, wenn sie ein gewisses Niveau nicht unterschreiten. Aber der offene, entgrenzte Hass von Angesicht zu Angesicht, der auf Demütigung abzielt, ist durchaus eine neue Erfahrung."

Sie selbst sieht sich als Hass-Figur für Rechtspopulisten. "Als langjährige Vorsitzende der Grünen wurde ich offenbar eine Symbolfigur für den Gegenentwurf zu allem, wofür die Rechtspopulisten stehen. Übrigens auch, was Frauenrechte angeht. Da bin ich dann wohl die ideale Projektionsfläche."

Mehr zum Thema: Claudia Roth stellt sich wütendem Mob in Dresden - nach wenigen Worten gibt sie auf

Die frühere Grünen-Parteichefin fordert, der großen Mehrheit, die Freiheit und Offenheit in Deutschland unterstütze, wieder eine Stimme zu geben.

"Wir brauchen eine Mobilisierung für die Demokratie"

"Wir konzentrieren uns zu sehr auf die AfD. Wer aus der Multikulturalität im Deutschland des Jahres 2016 ganze Gruppen herausdefinieren will, dem müssen wir sagen: Das ist blanker Rassismus und ein Angriff auf uns alle", appellierte Roth. "Dagegen müssen wir die Mehrheit mobilisieren. Wir brauchen eine Mobilisierung für die Demokratie."

Es gebe auch ein massives Problem, was die Strafverfolgung der Täter politisch motivierter Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund angehe. "Ich erwarte, dass unser demokratischer Rechtsstaat da härter durchgreift."

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