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Skandale und kein Ende: Neues Transkript zeigt, wie Trump über das Aussehen einer Frau herzieht

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TRUMP APPRENTICE
Skandale und kein Ende: Transkript zeigt, wie Trump über das Aussehen einer Frau herzieht | Fred Prouser / Reuters
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Die republikanische Partei kommt nicht zur Ruhe - immer neue Skandale bringen den Präsidentschaftskandidat Donald Trump in Bedrängnis. Die bislang brisanteste Enthüllung: der Mitschnitt eines Gesprächs zwischen Trump und einem Moderator im Jahr 2005, der am Freitag veröffentlicht wurde.

Trump sagte darin, Stars könnten Frauen ohne Probleme in den Schritt greifen.

Führende Demokraten in den USA haben jetzt Millionen Dollar für weiteres unveröffentlichtes Material von Donald Trump am Set der Sendung "The Apprentice" geboten. Jener von Mark Burnett produzierten NBC-Show, in der Kandidaten um einen Job bei dem Multimilliardär buhlen. Jener Sendung, in der Trump schon die skandalösen Grabsch-Aussagen abgelassen hatte.

"The Apprentice" verfügte über einen Transkript-Service. Und manchmal haben die Schreiber Momente dokumentiert, die nicht gesendet wurden, sagen viele Insider der Show. Die Huffington Post USA hat eines dieser Transkripte zugespielt bekommen.

Das sagt Trump laut dem geheimen Transkript

Das Material ist nicht so spektakulär wie das aus dem Jahre 2005, aber es zeigt einmal mehr, wie fixiert Trump auf das Aussehen von Frauen ist. Trump hatte in den vergangenen Monaten mit seinen sexistischen Äußerungen und politischen Dummheiten selbst viele seiner Unterstützer vergrault.

In der "The Apprentice"-Episode mit dem Titel "Beauty and Brains" aus der neunten Staffel, gesendet 2010, sollte ein Kandidatenteam die aufstrebende Country-Musikerin Emily West für einen Auftritt vor Insidern der Musikindustrie coachen.

Interviewtraining, Werbematerial, persönliches Coaching. West trat später in "America's Got Talent auf", vergleichbar mit "Deutschland sucht den Superstar". Ein anderes Team kümmerte sich derweil um den später sehr erfolgreichen Sänger Luke Bryan.

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Emily West. Foto: Reuters

Während eines Treffens, in dem über die Kandidaten entschieden wurde, zog Trump über Wests Aussehen her, vor allem über ihre Haut. Das Ganz ließe sich ungefähr so übersetzen: "Ich gehe davon aus, dass ihr das rausschneidet, sendet den Scheiß nicht. Aber ihre Haut, ihre Haut ist beschissen, okay?", sagt er laut Transkript. "Ich glaube, sie braucht einen verdammt guten Hautarzt."

Eine Frau, die West betreut hatte, unterbrach ihn und erklärte, sie hätten "trockenes Zeug" verwendet, damit war wohl Make-up gemeint. Sie wies Trump darauf hin, dass Trump über etwas spreche, das "nicht ihre Haut" sei.

"Ich persönlich bin ja kein Schwuler"

Doch Trump gab sich unbeeindruckt. Fordert aber, dass die Szene nicht ausgestrahlt werde. "Weil ich dem Kind die Karriere nicht zerstören will."

"Ich persönlich bin ja, wie ihr vielleicht gehört habt, kein Schwuler, aber ich denke, er (gemeint war Luke Bryan) sieht besser aus als Emily, okay?"

Trumps Management will nichts dazu sagen

Trumps Sprecherin Hope Hicks sagte der Huffington Post, sie könne nicht auf ein "angebliches Transkript" reagieren.

Bill Bruitt, der früher bei "The Apprentice" gearbeitet hat, twitterte, es gebe "viel Schlimmeres" von Trump. Im Netz kursieren Gerüchte, er habe das "N-Wort", also eine rassistische Beschimpfung von Afroamerikanern, benutzt.

Fünf Millionen Dollar Strafe?

Viele ehemalige Mitarbeiter von "The Apprentice" wollten nicht mit der Huffington Post sprechen – mindestens einer verwies auf einen Geheimhaltungsvertrag, den sie unterzeichnen mussten.

Die HuffPost konnte einen solchen Vertrag einsehen, darin ist eine Vertragsstrafe von fünf Millionen Dollar für die Veröffentlichung von Infos über die Show festgelegt. Der Produzent, Mark Burnett, dementierte dies.

Im Internet läuft nun eine Spendensammlung bei GoFundMe. Um etwa diese Summe zusammenzubekommen und einen Whistleblower zu bezahlen.


Dieser Text erschien ursprünglich auf "The Huffington Post USA" und wurde von Susanne Klaiber aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet.

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