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Sonne: Zentrum des Universums ist nur ein Stern

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Die Sonne ist für unser Sonnensystem wichtig - doch eigentlich ist sie nur ein Stern | Westend61 via Getty Images
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  • Sonne ist das Zentrum unseres Universums
  • Dabei ist sie eigentlich nur ein Stern
  • Und es gibt auch Beweise, die die Theorie bestätigen

Die Sonne ist das Zentrum unseres Sonnensystems. Sie ist der Stern um den sich im wahrstem Sinne alles dreht – zumindest in unserem Teil der Galaxie.

Erfolgsgeschichte des Sterns namens Sonne

Erst durch die Zweifel von Nikolaus Kopernikus, Giordano Bruno und Galilei Galileo wurde unser Weltbild heliozentrisch. Bis zur Renaissance war die vorherrschende Auffassung, die Erde sei das Zentrum des Universums. So gesehen erkannten wir erst relativ spät, wer der eigentliche Mittelpunkt unseres kosmischen Systems ist: die Sonne.

Im Vergleich zu ihrem Durchmesser von etwa 1.390.000 Kilometern sind alle anderen Planeten winzig. Da das die Vorstellungskraft sprengt, gibt es einen Vergleich mit Alltagsgegenständen: Wäre die Sonne ein Gymnastikball, wäre die Erde eine Kirsche. Der größte Planet Jupiter wäre in diesem Vergleich gerade mal ein großer Apfel.

Allerdings berücksichtigt dieser Vergleich nicht die Masse. Denn die Sonne macht über 99 Prozent der Masse unseres Sonnensystem aus. Und da ihr Durchmesser 109 mal größer ist als der der Erde, hätten eine Millionen Erdkugeln in ihr Platz.

Neben ihrer Größe lässt die Sonne alle anderen Himmelskörper auch durch ihre Energieerzeugung im Schatten stehen. Sie ist eine riesige Gaskugel, in deren Kern bis zu 14 Millionen Grad erzeugt werden. Unter diesen Bedingungen verschmelzen Wasserstoffatome zu Helium. Ein Teil der Masse verwandelt sich dabei in Lichtenergie und wird von der Sonne abgestrahlt. Auf diese Weise versorgt sie unser System mit Energie.

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Die Sonne ist Quell des Lebens

Auch wenn ihre Position im Weltall erst relativ spät erkannt wurde, so ist ihre Energieversorgung den Erdbewohnern schon lange bewusst. Durch die Position der Erde in der habitablen Zone wird dauerhaft flüssiges Wasser zur Verfügung gestellt. Nur dadurch konnte Leben in dieser Form entstehen.

Alles Leben auf der Erde hängt von der Sonnenenergie ab. Frühere Kulturen verehrten sie deswegen als Gottheit. Für die Sumerer war sie der Sonnengott Utu, den Babyloniern war sie der Gott Schamasch und bei den Ägyptern wurde sie als Sonnengott Ra verehrt. Für die Griechen war sie Helios und für die Römer Sol invictus.

Um sie bildeten sich unterschiedliche Mythologien und zahlreiche verschiedene Kulte und magische Rituale.

Das Phänomen der Sonnenfinsternis schürte bei den Menschen große Angst. Weiß man mittlerweile, dass die Sonne bei diesem regelmäßigen astronomischen Phänomen von der Erde aus gesehen von dem Mond teilweise oder ganz verdeckt wird, hatte man damals Angst um den höchsten Gott. Die Chinesen etwa vermuteten ein böser Drache würde die Sonne verschlingen und versuchten ihn mit großem Lärm zu vertreiben.

Durch ihr geregeltes Auf- und Untergehen war sie schon früh ein Maßstab für Zeit. Sie ist die natürliche Uhr des Menschen und führte über die Jahreszeiten zu den ersten Kalendern. Diese waren vor allem für die Landwirtschaft zentral.

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Ein Stern von vielen

Während das menschliche Wissen der Sonne zunächst intuitiv die zentrale Rolle im Leben auf der Erde einräumte und dann auch das Weltbild als heliozentrisch erkannte, wurde sie letztlich durch die Wissenserweiterung degradiert.

Heute weiß man, sie ist ein durchschnittlich großer Stern im äußersten Teil der Milchstraße. Sie ist nichts besonderes, sondern ein Stern von vielen.

Diese Klasse beinhaltet massereiche selbstleuchtende Himmelskörper aus sehr heißem Gas. Deren Entstehung und Verfall sind mittlerweile größtenteils erklärbar.

Ausgangspunkt aller Sterne ist eine Gaswolke. Sie besteht überwiegend aus Wasserstoff. Die Wolke kollabiert unter ihrer eigenen Masse. Durch die weitere Verdichtung entstehen Globulen, räumlich eng begrenzte Masse- und Staubwolken. Bei dem weiteren Zusammenziehen steigt die Dichte, Gravitationsenergie wird frei und die Temperatur der Globulen steigt. Als Folge der Drehimpulse der Globule bildet sich um den jungen Stern ein Kreis, der ihn weiter mit Masse versorgt.

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Aus dieser Scheibe können ein oder mehrere Sterne und Planeten entstehen. Es gibt Doppel- und Mehrfachsternsysteme und Einzelsterne. Je größer die Masse eines Sterns ist, desto kürzer ist seine Brenndauer.

Unsere Sonne hat sich vor etwa 4,7 Milliarden Jahren als Hauptreihenstern gebildet und befindet sich damit am Ende des ersten Drittels ihres Lebenszyklus. Wenn sie etwa 11 Milliarden Jahre alt ist, wird sie zum Roten Riesen, so groß, heiß und leuchtend wie nie zuvor. Und endet dann im Alter von etwa 14 Milliarden Jahren als weißer Zwerg.

Für uns ist die Sonne dennoch einzigartig, denn ohne sie würde es uns und unser Wissen über sie gar nicht geben.

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(cho)