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Wissenschaftler studierte 35 Jahre das Verhalten von Serienkillern - das haben sie alle gemeinsam

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HANNIBAL LECTER
A man dressed as the character of Hannibal Lecter from the movie "The Silence of the Lambs" looks on as he takes part in the second edition of "Noche del Terror" (Horror night) during Halloween celebrations in the neighborhood of Churriana, near Malaga, southern Spain, October 31, 2015. REUTERS/Jon Nazca | Jon Nazca / Reuters
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Jack the Ripper, Hannibal Lecter, Dexter Morgan: Ob real oder fiktiv, Serienkiller üben auf unsere Gesellschaft eine besondere Faszination aus.

Als einen Serienmord bezeichnet man per Definition des amerikanischen Federal Bureau of Investigation (FBI) "die rechtswidrige Tötung von zwei oder mehr Opfern durch dieselbe(n) Person(en) in einzelnen, getrennten Ereignissen".

Die schockierenden Hintergründe der Taten lassen häufig selbst erfahrene Kriminalbeamte erschaudern. Ein klares Motiv für die Morde fehlen auf den ersten Blick.

Der amerikanische Neurologe Jim Fallon hat sich dem Geheimnis nun genähert. Er studierte 35 Jahrelang siebzig Gehirne von Massenmördern - und fand heraus, was sie gemeinsam haben.

1. Ein Gehirnschaden im frontalen Cortex

Alle Psychopathen, die Fallon studierte, hatten einen oder mehrere Gehirnschäden. Häufig sei dabei der orbitofrontale und der temporale Cortex betroffen.

Welche Art von Serienmörder durch diesen entscheidenen Faktor entsteht, scheint nach Fallons Forschungen abhängig von dem Zeitpunkt des Schadens im Gehirn zu sein.

2. Sie sind männlich

Fallon sagt: Vor allem das Gen MAOA ist für gewalttätige Aktionen verantwortlich.

Dieses Gen existiert lediglich in X-Chromosomen und wird demnach von Müttern an ihre Söhne weitergegeben. Frauen haben den Vorteil, zweier X-Chromosonen, können Gene, die auf dem einen defekt sind, somit ausgleichen.

Fallon zufolge ist das einer der Gründe, warum vor allem Männer zu Killern werden.

3. Das Gehirn stößt zu viel Serotonin aus

Menschen die das MAOA-Gen im Uterus in sich tragen, sind häufig von einer extrem starken Ausschüttung des Botenstoffs Serotonin betroffen.

Der Fötus entwickelt dadurch eine Resistenz gegen die beruhigende Wirkung des Neurotransmitters. Im späteren Leben kann das zu einer mangelnden Kontrolle von Gefühlen wie Ärger und Stress führen.

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"Das ist eigentlich interessant, da Serotonin dich eigentlich entspannt und ruhig machen soll", erklärt Fallon. Das MAOA-Gen sorgt jedoch dafür, dass die Kinder immun gegen die Wirkung des Neurotransmitter sind.

4. Sie waren Zeugen extremer Gewalt

Dass Menschen dann jedoch tatsächlich zum Serienmörder werden, hängt oft mit Erfahrungen in jungen Jahren zusammen. Menschen, die Zeuge oder Opfer von extremer Gewalt werden, tendieren dazu, selbst gewalttätig zu werden.

Denn: Die anderen Faktoren müssen nicht zwangsläufig zu einer tödlichen Gewalttat führen. Damit das von Fallon studierte Gen tatsächlich "aktiviert" wird, müssen die Betroffenen schon vor der Pubertät in einen gewaltsamen Akt involviert sein.

In seinem Vortrag über Serienmörder weisst der Neurologe zuletzt auf einen dringenden Umstand hin: Besonders Kinder, die in unmittelbarer Nähe von Kriegsschauplätzen aufwachsen, sind gefährdet.

Gewalttätige und aggressive Menschen setzen sich in Krisengebieten häufiger durch. Das Gen, dass Fallon untrennbar mit Serienmördern in Verbindung bringt, würde so wahrscheinlich besonders häufig weitergegeben.

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