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Julius-Hirsch-Preis: So ehrt Herbert Grönemeyer den FC St. Pauli

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Herbert Grönemeyer bei einer Premiere im Theater an der Wien im Juli 2016

Große Ehre für den FC St. Pauli: Der DFB hat den Fanladen des Hamburger Fußball-Verein mit dem Julius-Hirsch-Preis für seinen Einsatz gegen Rechts ausgezeichnet. "Kein anderer Verein steht als Marke so sehr für eine alternative Fußballkultur und Fanszene", lobte Laudator Herbert Grönemeyer (60, "Fernweh") in seiner Rede. Anstelle von Sponsorennamen prangen an den Tribünen am Millerntor zwei Sprüche: "Kein Fußball den Faschisten" und "Kein Mensch ist illegal".

Rund um das Millerntor werde seit Jahren der Beweis geführt, dass Fußball keine politikfreie Zone sei, so Grönemeyer. Dass der Deutsche Fußballbund einen Verein für sein politisches Engagement auszeichnet, hat etwas Symbolhaftes. Denn noch vor zwei Jahren ließ der DFB den Spruch "Kein Fußball den Faschisten" während eines Trainings der Nationalmannschaft verhängen. Politik und Fußball dürfe sich nicht vermischen, hieß es damals als Begründung. Und nun wurde der Fanladen St. Pauli für eben jene Aktion ausgezeichnet.

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Der Julius-Hirsch-Preis wird seit 2005 jährlich verliehen. Er geht an Personen und Organisationen, die sich für Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit einsetzen. Er erinnert an das Schicksal des siebenfachen deutschen Nationalspielers Julius Hirsch, der 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft aus seinem Verein, dem Karlsruher FV, ausgeschlossen und 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde.