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Bauernregeln: So entstand der Volksmund zum Wetter

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FARMER WEATHER
Bauernregeln sollen das Wetter vorhersagen - stimmt das? | Chris Hendrickson via Getty Images
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  • Bauernregeln sind gereimte Wettervorhersagen
  • Was ist dran an den Überlieferungen aus dem Volksmund?
Ein Bauernleben war immer schwierig. War die Ernte schlecht, hungerte die Familie, kam der Frost wieder, erfror das Saatgut. Doch wie sollte man das Wetter vorhersagen, wenn Messstationen noch gar nicht erfunden waren?

Bauernregeln waren die Antwort. Ein solcher Spruch - meist in einfacher Reimform - brachte bestimmte Wetterereignisse auf den Punkt.

Diese Reime waren keineswegs aus der Luft gegriffen, sondern entstanden aus regelmäßigen, immer wieder angestellten Beobachtungen über das Wetter. Kein Wunder also, dass Bauernregeln bereits seit der Antike bekannt sind. Damit sich die Bauern die Sprüche merken konnten, waren sie meist mit bestimmten Los- bzw. Feiertagen oder Ereignissen verbunden.

Stimmen die alten Bauernregeln?

Mit ein bisschen Himmelgucken lässt sich keine präzise Vorhersage treffen - dachten zumindest frühere Experten. Heute sind Meteorologen ziemlich erstaunt: Denn viele Bauernregeln sind weitaus präziser, als Skeptiker landläufig meinen.

Frühere Statistiken vergaßen nämlich, die Zeitverschiebung durch Kalenderumstellungen und regionale Besonderheiten mit einzubeziehen. Was sollte schließlich ein Bauer aus den bayerischen Landen mit einer Vorhersage für die Nordsee oder Frankreich?

Anders gesagt: Bauernregeln gelten immer für eine stark begrenzte Region und eigentlich nur für die Zeit, in der sie entstanden. Bauernregeln sind also wie das Wetter: überall anders und absolut launisch.

Die bekanntesten Bauernregeln unter der Lupe

Eine der volksmündlichen Weisheiten, die jedes Kind kennt, ist: "Der April macht, was er will". Natürlich ist der Inhalt ziemlich allgemein, doch absolut zutreffend, wie das Portal "wetter.de" berichtet: Am Übergang zwischen Winter und Frühling, der typischerweise im März und April stattfindet, kann es zu heftigen Wetterumschwüngen kommen.

Ebenfalls korrekt ist "Märzen-Schnee tut den Saaten weh", gefolgt von "Gibt's im März zu vielen Regen, bringt die Ernte wenig Segen." Der Grund dafür ist dem Bericht zufolge einfach: Überraschende Frosteinbrüche lassen die Saat im Boden erfrieren, und zu viel Regen sorgt dafür, dass Nährstoffe aus dem Boden ausgeschwemmt werden.

In den USA erwarten die Menschen jährlich die Wettervorhersage eines pelzigen Freundes: des Siebenschläfers. Doch diese Tradition bezieht sich auf eine Fehlinterpretation. Denn laut Legende handelte es sich um sieben Christen, die - lebendig eingemauert - nicht starben, sondern für 195 Jahre schliefen.

Ihr Gedenktag fällt heute auf den 27. Juni - den Siebenschläfertag. Das Wetter dieses Tages bleibt laut Bauernregel für die nächsten sieben Wochen unverändert. Das Kuriose: Es stimmt. Zumindest fast.

Statistisch konnte nachgewiesen werden, dass der Jetstream in dieser Zeit erstaunlich stabil ist und somit auch das Wetter eher dazu neigt, unverändert zu bleiben. Doch beziehen sich diese Messungen auf die erste Juliwoche. Bezieht man die Kalenderreform mit ein, so fällt der Tag genau in diese Zeit.

So manche Bauernregel ergibt jedoch keinen Sinn - meist sind sie eher als Witz gedacht. Der Klassiker: "Kräht der Hahn früh auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist." Falsch ist es zumindest nicht.

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(cho)