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Syrische Landsleute fesselten mutmaßlichen IS-Terroristen auf ihrem Sofa

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LKA
Polizei gibt bekannt: Terrorverdächtiger in Chemnitz hatte IS-Kontakt | N24 Screenshot
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  • Der Terrorverdächtige al-Bakr hatte Kontakt zum IS
  • Ein syrischer Landsmann fesselte den Gesuchten auf seinem Sofa - dann wurde er festgenommen
  • Jetzt bedankte sich auch die Bundeskanzlerin bei dem Syrer

Der terrorverdächtige Syrer Dschaber al-Bakr hatte mutmaßlich Kontakt zur Terror-Miliz Islamischer Staat (IS). Das teilte die Polizei in Chemnitz auf einer Pressekonferenz mit. Jörg Michaelis, Präsident des Landeskriminalamts Sachsen erklärte, al-Bakrs Verhalten lasse auf diese Verbindung schließen.

Der Sprengstoff, der bei der Anti-Terror-Razzia am Samstag in Chemnitz gefunden wurde, sei TATP gewesen, der selbe Sprengstoff, der auch bei den IS-Anschlägen in Brüssel und Paris verwendet wurde. Al-Bakr sei an der Fertigstellung einer Sprengstoffweste gewesen.

Berichte, nach denen zwei syrische Landsleute den Terrorverdächtigen am Montagmorgen festgesetzt hatten, bevor die Polizei ihn festnahm, bestätigte Michaelis. Bereits vor dem Eintreffen einer SEK-Truppe sei es zum Zugriff gekommen, da zwei Syrer al-Bakr bereits gefesselt hatten.

Diese waren durch die Öffentlichkeitsfahndung auf den Tatverdächtigen aufmerksam geworden. Entscheidend: Die Polizei hatte den Fahndungsaufruf auch auf Arabisch veröffentlicht.

Dadurch merkten die Syrer, wer der Mann war, der sie gefragt hatte, ob er in ihrer Wohnung schlafen könne - und fesselten al-Bakr dort.

Die "Bild" berichtet, einer der Syrer sei am späten Sonntagabend persönlich auf dem Polizeirevier aufgetaucht, um den Beamten zu erzählen, wer gefesselt auf ihrem Sofa saß.

Merkel bedankt sich bei den Syrern

Jetzt hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell bei dem Mann bedankt.

Wie die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer erklärte, gelte der Dank der Kanzlerin besonders dem Syrer für seinen entscheidenden Hinweis sowie den Sicherheitsbehörden für ihre Arbeit.

Gleichzeitig setzt sich die CDU im Bundestag für eine stärkere Überprüfung von Asylbewerbern ein, dazu soll vor allem der Bundesnachrichtendienst mehr Rechte erhalten.

Nun fahndet die Polizei nach möglichen weiteren Komplizen. "Ein Ende ist nicht in Sicht", teilte die Polizei Dresden mit.

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(sk)