Huffpost Germany

An diesen Politikern will die Deutsche Polizeigewerkschaft ihre neuen Elektroschocker austesten

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Ein Tweet der Deutschen Polizeigewerkschaft Berlin hat einen Eklat im Netz ausgelöst
  • Mit einer Umfrage suchte die Gewerkschaft nach Testern für ihre Elektroschocker
  • Zur Auswahl standen Politiker wie Renate Künast und Beatrix von Storch

Eine Twitter-Umfrage der Deutschen Polizeigewerkschaft Berlin sorgte am Wochenende in den sozialen Medien für einen Shitstorm.

In einem fragwürdigen Tweet wandte sich die Gewerkschaft an ihre Follower und fragte welcher Politiker am besten als "Taser-Testpilot" geeignet wären. Was die Polizei meinte: Wer sollte die Elektroschockpistole testen dürfen?

Doch zahlreiche Internetnutzer verstanden die Frage offenbar anders: An wem sollten die umstrittenen Geräte ausprobiert werden?

Zur Auswahl standen Vertreter der Parteien SPD, AfD, Die Linke und Bündnis 90/ Die Grünen.

Wie die "Berliner-Zeitung" berichtet, meldeten sich viele Nutzer bestürzt zu Wort. Journalist Philip Meinhold etwa schrieb: "Wenn Trump nicht Präsident der USA wird, kann er ja immer noch Vorsitzender der DPolG werden."

Nutzer Oliver Höfinghoff geht noch einen Schritt weiter und fordert: "Die 'Gewerkschaft', die offen ihre Gewaltphantasien gegen Politiker*innen zur Schau trägt. DPolG-Verbot Jetzt!"

Die Deutsche Polizeigewerkschaft Berlin löschte den Tweet umgehend. Allerdings dokumentierten zahlreiche Nutzer die missverständliche Umfrage und teilten sie weiterhin in den sozialen Medien.

Die "Taser-Testpiloten" reagierten auf die Umfrage verärgert

Die betroffenen Politiker selbst meldeten sich prompt zu Wort. SPD-Politiker Christoph Lauer überlegte sogar, einen Anwalt einzuschalten und twitterte als Antwort auf die Umfrage: "Die @DPolGBerlin möchte immer, dass Polizisten mit Würde, Respekt und Anerkennung behandelt werden und macht dann selbst sowas."

Landtagsabgeordnete Henriette Quader bedankte sich bei der Polizeigewerkschaft Berlin und schlug ihnen vor, sich selbst zu tasern. Auch Renate Künast antwortete umgehend: "Wer sich auskennt weiß, dass @DPolG zum Glück verschwindend klein ist."

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Drei der vier verlinkten Politiker hatten sich in der Vergangenheit öffentlich gegen den Einsatz von Elektroschockpistolen ausgesprochen. Lediglich die stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD Beatrix von Storch äußerte sich nicht zu dem Eklat.

Nach Berichten der "Berliner Zeitung" wird der Einsatz von Tasern im Polizeidienst von der rechtspopulistischen Partei befürwortet.

Der Chef der Polizeigewerkschaft steht hinter seinen Kollegen

Der Chef der Gewerkschaft Bodo Pfalzgraf verteidigte seine Kollegen: "Ich stelle mich voll und ganz hinter unsere Kollegen vom Twitter-Team". Der Tweet sollte die Politiker, die den Teaser-Einsatz kritisieren, ermutigen, "sich selbst mal daran auszuprobieren."

Seit mehr als zehn Jahren ist der Einsatz von Elektroschockpistolen im Dienst des Berliner Sondereinsatzkommandos erlaubt. Die sogenannten "Taser" betäuben das Nervensystem des Getroffenen mit 50.000 Volt.

Die Anwendung der umstrittenen Waffe soll auch Polizisten im Einzeldienst erlaubt werden. Nach Informationen der "Morgenpost" soll der Taser 2017 in zwei Polizeiabschnitten erprobt werden.

Diese Entscheidung befürwortet die Deutsche Polizeigewerkschaft Berlin. Kritiker merken jedoch an, dass die genauen Auswirkungen auf den menschlichen Körper noch zu wenig erforscht seien. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnt offiziell vor einer Verharmlosung der Waffe.

Auch auf Huff Post:

Dieser Artikel war bei Amazon meistverkauft – wegen Donald Trump

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

In einem großangelegten Projekt hilft der Verein SyrienHilfe e.V. vor Ort Menschen in Not, die ihre Heimat nicht verlassen können oder wollen. Seit 2012 setzen sich Ärzte, Ingenieure, Archäologen, Lehrer und Künstler in dem Bürgerkriegsland dafür ein, dass die Bevölkerung in ihrem eigenen Land ein würdevolles Leben führen kann.

Der Verein betreut Waisenkinder, organisiert medizinische Versorgung für Behinderte und chronisch Kranke und finanziert Lebensmittel und Unterkünfte.

Unterstütze sie jetzt auf www.zusammen-für-flüchtlinge.de, der zentralen Plattform für Projekte in der Flüchtlingshilfe von betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.