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Neue Verbraucher-Verarsche: Mit diesen Krediten werdet ihr richtig abgezockt

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SCHULDEN
25 Prozent Zinsen sind keine Seltenheit. | Thinkstock
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  • Kredite ohne Schufa-Prüfung werden immer beliebter
  • Doch Verbraucherschützer warnen vor diesen Angeboten
  • Ein Kredit kann auf diese Weise schnell das Doppelte kosten

Viele Deutsche plagen finanzielle Sorgen. 40 Prozent haben laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung keinen Cent zum Zurücklegen übrig. Viele Geringverdiener oder Alleinerziehende stehen vor kaum lösbaren Problemen, wenn einmal etwa die Waschmaschine kaputtgeht.

Oft bekommen sie keine Kredite oder haben Angst, dass sie wegen eines Schufa-Eintrags keinen Kredit bekommen könnten. Häufig zurecht. Zahlreiche Kreditanbieter machen sich diese Angst zu Nutze und bieten in Fernsehspots oder Online-Anzeigen Darlehen ohne Schufa-Abfrage an.

Hinter den verlockenden Angeboten steckt oft eine teure Falle. Verbraucherschützer warnen, dass sich Fälle von Wucher häuften. Denn üblicherweise müssen Konsumenten, die einen Kredit ohne Schufa aufnehmen, mit Effektivzinsen zwischen 11,3 Prozent und 25,5 Prozent rechnen – damit liegen die durchschnittlichen Zinsen weit über dem Zinsniveau, das Banken für den teuren Dispokredit verlangen.

Der liegt in der Regel bei 10 Prozent, ein Raten-Kredit ist mitunter sogar schon für 3 bis 4 und Geringverdiener 5 bis 7 Prozent zu haben. Leiht sich jemand dagegen bei einem freien Finanzdienstleister 10.000 Euro für fünf Jahre, muss er nicht selten dieselbe Summe als Zinsen für die gesamte Laufzeit zahlen.

Verbraucherzentrale: Anbieter berufen sich auf rechtswidrige Klauseln

Die Angebote sind in der Regel nur scheinbar günstig: "Am Ende bekommt der Kunde meist eine Rechnung statt einen Kredit. Nicht selten berufen sich die dubiosen Anbieter dabei auf Klauseln, die sogar rechtswidrig sind", warnt etwa Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Kredithaie versuchen ihren Kunden oft zusätzlich Verträge und Leistungen zu verkaufen. So rechnen sie beispielsweise ab, wenn sie mit Gläubigern sprechen - egal, ob die Verhandlungen mit Erfolg enden. Wer nicht zahlt, bekommt es rasch mit einem Inkassodienst zu tun, der die Rechnung weiter verteuert.

Oft werden auch gleich teure Kreditausfallversicherungen gegen Arbeitslosigkeit oder den Todesfall mitverkauft. Die Kunden werden im Glauben gelassen, ohne diese oft jährlich hunderte oder tausende Euro teuren Assekuranzen würden sie das Darlehen nicht bekommen. Auch manche Großbanken zocken mit solchen Tricks ihre Kunden ab.

Risiko bei kleinen Anbietern besonders hoch

Doch bei den kleineren Finanzdienstleistern ist das Abzock-Risiko sogar noch weit höher. "Wer ein Darlehen braucht, sollte sich nicht an die Anbieter aus den Kleinanzeigen werden, sondern sich zunächst bei den Kreditinstituten erkundigen", rät Finanzexperte Neuhauser. Wenn der Schuldenberg wächst und die Ausgaben mehrere Monate lang die Einnahmen übersteigen, kann die Kreditaufnahme schwierig werden.

Sollte man dann keinen Kredit mehr erhalten oder nur Angebote mit sehr schlechten Konditionen, empfiehlt Nauhauser: Betroffene sollten eine Schuldenberatungsstelle aufsuchen. Die Beratung ist bei der Caritas, der Diakonie oder den städtischen Kommunen meist kostenlos - im Gegensatz zu den Kredithaien, die dafür Gebühren verlangen. 

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(lp)