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Pluto: Deshalb ist der kleinste Planet ein Zwergplanet

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PLUTO
Pluto wurde zum Zwergplaneten degradiert | Antonio M. Rosario via Getty Images
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  • Pluto galt lange als neunter Planet des Sonnensystems
  • Doch Experten haben ihm den Status abgesprochen: Er ist ein Zwergplanet
  • So sieht es auf Pluto aus

Lange Zeit galt Pluto als neunter Planet unseres Sonnensystems. Doch mit seinem Status ist es ein Auf und Ab - aktuell gilt er als Zwergplanet.

So wurde Pluto entdeckt

Ähnlich wie bei Neptun wurde Pluto durch Bahnstörungen anderer Planeten erst berechnet und dann entdeckt. Doch war diese Rechnung bei weitem nicht so genau wie bei dem 83 Jahre zuvor entdeckten äußersten Gasriesen.

Pluto wurde nach 25-jähriger Suche im Lowell-Observatorium 1930 entdeckt und auch nicht genau an der berechneten Stelle. Da Pluto relativ klein schien, kamen schnell Zweifel auf, ob die Bahnstörungen tatsächlich an ihm lagen.

Die Suche nach einem weiteren Planeten, auch Planet X genannt, startete. Es gab auch Theorien, Pluto sei eigentlich größer und würde nur kleiner scheinen. Erst die Entdeckung seines Mondes Charon 1978 erlaubte eine genaue Massebestimmung. Mit einem Durchmesser von 2370 Kilometern besitzt Pluto etwa ein Drittel des Volumens des Erdmonds. 60 Jahre lang galt er trotz seiner geringen Größe und der exzentrische Bahn um die Sonne als Planet.

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Pluto - und die Aberkennung des Planetenstatus

Im August 2006 gab es ein Treffen der Internationalen Astronomischen Union (IAU). Das ist eine weltweite Vereinigung von Astronomen mit 65 nationalen Mitgliedern und Einzelmitgliedern aus 86 verschiedenen Ländern. Auf der Tagesordnung stand damals der Planetenstatus von Pluto.

Da immer neue ähnlich große Körper im Kuiper-Gürtel gefunden wurden, einigte man sich darauf Pluto als Zwergplanet zu definieren. Seine offizielle Bezeichnung enthält deswegen auch die Kleinplanetennummer und lautet: (134340) Pluto.

Zwergplaneten sind alle astronomischen Körper, die dieselben Eigenschaften haben, wie Planeten. Der Unterschied liegt darin, dass sie ihre Bahnen nicht bereinigt haben und keine Monde sind. Neben Pluto trifft das noch auf vier weitere Himmelskörper zu. Eris, Makemake und Haumea gehören mit Pluto zu den transneptunischen Zwergplaneten.

Ceres ist bisher der einzige Zwergplanet im Asteroidengürtel. So nennt sich die Ansammlung von Zwergplaneten und Asteroiden zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter.

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Abgesehen von Planeten und Zwergplaneten gibt es noch die Klasse der Kleinplaneten auch genannt Asteroide oder Kleinkörper. Sie befinden sich ebenfalls in einer Bahn um die Sonne, aber verfügen nicht über ausreichende Masse, um durch ihre Eigengravitation eine runde Form zu bilden oder ihre Bahnumgebung zu reinigen.

Vielleicht doch ein Planet?

"Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten.“ Dieser bekannte Merkspruch für die Reihenfolge unserer Planeten hatte sich durch die Klassifizierung von Pluto als Zwergplanet erledigt. Doch in regelmäßigen Abständen wird immer mal wieder die Frage laut, ob Pluto nicht vielleicht doch als Planet gelten solle.

Das liegt etwa daran, dass Pluto vielfältiger ist als angenommen. Die Raumsonde New Horizon der Nasa flog im Sommer 2015 an Pluto vorbei. Sie lieferte Bilder von Bergen und Schluchten, zerklüfteten Landschaften und vereisten Ebenen.

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Die Forscher-Gruppe des New Horizon Projekts trug alle Ergebnisse zusammen und veröffentlichte sie im Wissenschaftsmagazin "Science". Seither weiß man, der genaue Durchmesser von Pluto beträgt 2374 Kilometer, er ist kugelrund und er und sein größter Mond Charon zeigen geologische Aktivität.

Eine Überraschung war auch, dass es verhältnismäßig wenige Einschlagskrater gibt, denn inmitten des Kuipergürtels herrscht ein starkes Bombardement von Asteroiden. Man vermutet, die geologischen Aktivitäten haben die Krater verschwinden lassen.

Ob Pluto nun ein Planet oder ein Zwergplanet ist, beruht letztlich auf einer begrifflichen Festlegung und keinem zwingenden Gesetz. Schließlich ist dieser Himmelskörper eben das, was er ist. Und wie man ihn während seiner Erforschung bezeichnet, sollte keine Auswirkungen auf die Erkenntnisse über ihn haben.

Es gibt auch Astronomen denen für die Bezeichnung Planet deren Größe und durch eigene Schwerkraft erzeugte Kugelform als Minimalbedingungen genügt. In einem Interview mit dem Nachrichtenportal "Zeit Online" sagte New-Horizons-Missionsleiter Alan Stern: "Es sollte denen [der IAU] reichlich peinlich sein. Ich glaube, jetzt sehen alle Pluto und sagen 'Hey, das ist wirklich ein Planet.“ Unter welchem Titel auch immer, die Forschung über Pluto geht weiter und bleibt spannend.

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(cho)