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7 Anzeichen, an denen du merkst, dass dein Kind nicht gut sieht

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GIRL WITH GLASSES
mediaphotos/iStock
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Augenärzte schätzen: Etwa jedes fünfte Kind hat Sehprobleme. Bleiben diese unentdeckt, kann das der Entwicklung schaden. Wird Fehlsichtigkeit dagegen früh genug festgestellt, kann man sie leicht ausgleichen oder korrigieren. Allerdings tut schlechtes Sehen nicht weh – Kinder melden sich daher fast nie von selbst. Also solltest du die Augen offenhalten! Und bei diesen 7 Anzeichen, gemeinsam präsentiert mit sehen.de, einen Termin beim Augenarzt ausmachen.

Besser sehen auf den zweiten Blick?
Bevor wir auf die einzelnen Anzeichen näher eingehen eine wichtige Sache vorab: Die Linse von Kinderaugen ist noch so elastisch, dass sie kleine Sehfehler kurzfristig ausgleichen kann. Das bedeutet: Wenn dein Kind etwas auf den ersten Blick nicht richtig erkennt, kann es passieren, dass es das Objekt beim zweiten Hinschauen scharf sieht. Das heißt aber nicht, dass mit den Augen alles in Ordnung ist! Denn diese Anpassung des Auges ist nur vorübergehend. Daher werden Sehfehler bei den Routine-Untersuchungen beim Kinderarzt oft auch nicht bemerkt. Aussagekräftig ist der Check beim Augenarzt, am besten mit angeschlossener Sehschule. Er ist auf Kinder spezialisiert. Der Augenarzt kann die Anpassungsfähigkeit des Auges mit Tropfen unterdrücken.

1. Fehlsichtigkeit in der Familie

vater und sohn

Sehschwächen sind oft erblich. Wenn die Eltern oder Geschwister schielen, zu Augenerkrankungen neigen oder stark kurz- oder weitsichtig sind, sollte man das beim Kinderarzt ansprechen. Möglichst früh (etwa ab dem sechsten Lebensmonat) und regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt, zusätzlich zu den Untersuchungen beim Kinderarzt, sind dann sinnvoll. Dasselbe gilt für Kinder, die zu früh zur Welt gekommen sind. Denn die Augen entwickeln sich in den ersten Lebensjahren. Werden Sehfehler vor der Einschulung nicht erkannt, bleiben sie meist ein Leben lang bestehen.

2. Auffälligkeiten am Auge

baby

Betrachte die Augen deines Babys oder Kleinkindes: Wirken sie auffallend groß, sind Verfärbungen oder Trübungen zu erkennen? Sehen die Lider sonderbar aus? Bewegen sich beide Augen parallel oder ist ein Schielen zu erkennen? Sind die Pupillen starr bei wechselndem Lichteinfall? Dann solltest du einen Arzt, am besten mit angeschlossener Sehschule, aufsuchen.

3. Empfindlichkeit

boy crying

Reiben sich Kinder häufig die Augen, kneifen sie sie oft fest zusammen oder blinzeln sie besonders häufig, kann das auf eine Sehschwäche hindeuten. Auch, wenn dein Kind überempfindlich auf Licht, Luft oder Kälte reagiert (zum Beispiel mit starkem Augentränen, Augenzuhalten oder Kopf abwenden), kann das ein Warnzeichen sein. Oft sind solche Reaktionen ebenfalls schon bei Babys zu beobachten.

4. Probleme beim Spielen

kids playing

Häufiges unsicheres Fangen beim Ballspielen, schlechte Noten im Schulsport oder nahes Heranrücken an Fernseher oder Computer: Dahinter können Augenprobleme stecken. Beobachte, ob dein Kind seine Bewegungen koordinieren kann oder ob es sich oft Dinge (z.B. ein Spielzeug oder ein Buch) ungewöhnlich nah vors Gesicht hält. Bei Babys gilt: Ab dem vierten Monat sollten sie das Kuscheltier und die Rassel gezielt mit den Augen verfolgen und ab etwa acht Monaten gezielt danach greifen. Mit etwa einem Jahr sollten Kinder in der Lage sein, einen Ball zu stoppen, den du ihnen aus ein paar Metern Entfernung zurollst.

5. Tollpatschigkeit

boy hurt himself

Manche Kinder scheinen einfach kleine Unglücksraben zu sein: Ständig stolpern sie, stoßen sich an Kanten oder laufen am liebsten an der Hand der Mutter. Nicht selten ist aber eine Sehschwäche der Grund dafür! Das Kind sieht Hindernisse einfach zu spät oder nicht scharf. Eine Brille kann diese Unfälle verhindern und das Kind wird selbstbewusster.

6. Kopfschmerzen

headache

Für Kinder wie für Erwachsene gilt: An häufigen Kopfschmerzen sind oft die Augen schuld. Denn versucht das Gehirn ständig, einen Sehfehler auszugleichen, ist das eine große Anstrengung, die Schmerzen verursachen kann. Klagt dein Kind also häufig über Kopfweh, besonders nach der Schule, beim Fernsehen oder beim Lesen, solltest du nicht nur zum Arzt sondern auch zum Augenarzt gehen.

7. Schwierigkeiten in der Schule

boy in school

Viele Kinder mit Sehschwäche können sich im Unterricht oder bei den Hausaufgaben nur schwer konzentrieren – denn Lesen und Schreiben ist für sie doppelt anstrengend. Weil sie Tafelanschriften schlechter oder langsamer als ihre Mitschüler lesen können, lässt ihre Mitarbeit im Unterricht oft zu wünschen übrig. Nicht selten werden solche Kinder von anderen ausgegrenzt. Hellhörig solltest du also werden, wenn das Kind oder der Lehrer von Problemen in der Klasse berichtet. Beobachte dein Kind auch beim Lernen zuhause: Verrutscht es beim Schreiben oder Lesen häufig in der Zeile oder beugt es sich tief über sein Heft, sind das ebenfalls Signale, dass etwas mit den Augen nicht stimmt.

Sehtest für Zuhause:
Du möchtest ganz unkompliziert testen, ob dein Kind eine Sehschwäche hat? Dann macht jetzt den kostenlosen Online Kinder-Sehtest auf sehen.de. Er kann dir helfen, Symptome einer Fehlsichtigkeit bei deinem Kind zu erkennen. Einen Augenarztbesuch kann der Test aber natürlich nicht ersetzen. Weitere Infos zum Thema Gute Sicht für die ganze Familie findest du auf www.sehen.de und www.seh-check.de.