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Kopftuch-Pflicht bei Weltmeisterschaft: Spielerinnen wehren sich

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Kopftuch-Pflicht bei Weltmeisterschaft: Spielerinnen wehren sich | dpa
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Persien gehörte einst zu den größten Schach-Nationen der Welt. Kein Wunder also, dass die Weltmeisterschaft 2017 im Iran ausgetragen wird, möchte man meinen. Doch als toller Gastgeber für Spitzenpartien des Spiels der Könige macht das Land derzeit nicht von sich reden - sondern mit einer knallharten Vorschrift für die weiblichen Teilnehmerinnen.

Für Frauen gilt ein Kopftuchzwang. Schließlich ist der Iran seit der Revolution von 1979 ein Gottesstaat.

Mehrere Top-Spielerinnen wollen das Turnier wegen der Schikane aus religiösen Gründen nun boykottieren. Spielen mit offenem Haar geht jedenfalls nicht: Wer sich im Mullah-Land weigert, ein Kopftuch zu tragen, riskiert eine Geld- oder sogar eine Haftstrafe. Wer sich also nicht verschleiern will, dem bleibt als Alternative nur, dem Turnier fernzubleiben.

Deutsche Spielerin beugt sich dem Stoffzwang

Einen Boykott haben bereits mehrere Sportler angekündigt. Für sie sei es "völlig inakzeptabel", eines der wichtigsten Frauenturniere an einem Ort abzuhalten, an dem Frauen wie "Zweite-Klasse-Bürger" behandelt würden, sagt die 22-jährige USA-Schachmeisterin Nazi Paikidze-Barnes.

Unterstützung erhielt die 22-jährige Amerikanerin von ihrer Kollegin Carla Heredia aus Ecuador. Der Kopftuchzwang verletze alles, wofür Sport stehe, schrieb sie auf Twitter.

Deutschlands beste Spielerin will dagegen teilnehmen. Im Interview mit der Zeitung "Welt" sagte Elisabeth Pähtz, sie werde zur WM in den Iran reisen. "Das Kopftuch stört mich ehrlich gesagt nicht. Die Regel wurde ja nicht erst heute erfunden",sagt sie. Viele Länder hätten ihre eigenen Gesetze und Traditionen – wem das nicht passe, könne ja zu Hause bleiben.

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