Huffpost Germany

BAMF winkt Flüchtlinge mit gefälschten Pässen durch

Veröffentlicht: Aktualisiert:
PASSPORT
Mutmaßlich gefälschte Pässe, die von einem Polizeibeamten untersucht werden | AP
Drucken
  • Mitarbeiter des Flüchtlingsamts erstatteten in vielen Fällen keine Anzeige bei gefälschten Pässen
  • Ein Polizeigewerkschaftler fordert: Die Behörde muss alle Verdachtsfälle melden

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aufgefordert, künftig bei jedem gefälschten Pass Anzeige zu erstatten - was bislang laut einem Zeitungsbericht viel zu selten geschah. "Es kann nicht die Aufgabe des BAMF sein, zu entscheiden, ob eine Anzeige angemessen ist oder nicht", sagte der Vize-Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Michael Böhl, der "Welt am Sonntag".

Es müsse verhindert werden, dass sich Migranten mit falschen Papieren im Asylverfahren zu Unrecht Vorteile verschafften. Dem Bericht zufolge überprüfte die Nürnberger Behörde im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 217.465 Pässe, Geburtsurkunden oder Führerscheine von Asylsuchenden. Bei rund einem Prozent (2.273 Fälle) habe die physikalisch-technische Urkundenuntersuchung des BAMF schwere gerichtsfeste Manipulationen festgestellt.

Innenminister fordert Überprüfung

Im Raum stehe damit der Verdacht der Urkundenfälschung, was mit fünf Jahren Gefängnis bestraft werden könne.

Das Bundesinnenministerium erklärte laut "Welt am Sonntag", dass das BAMF bereits die zuständigen Ausländerbehörden über gefälschte Pässe informiere. Jetzt habe das BAMF darüber hinaus angeboten, zudem die zuständige Polizeibehörde zu informieren.

Mehrere Bundesländer hatten Mitte September dem BAMF vorgeworfen, wiederholt gefälschte Pässe von Asylbewerbern nicht erkannt zu haben. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) ordnete daraufhin eine umfassende Überprüfung an.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

In einem großangelegten Projekt hilft der Verein SyrienHilfe e.V. vor Ort Menschen in Not, die ihre Heimat nicht verlassen können oder wollen. Seit 2012 setzen sich Ärzte, Ingenieure, Archäologen, Lehrer und Künstler in dem Bürgerkriegsland dafür ein, dass die Bevölkerung in ihrem eigenen Land ein würdevolles Leben führen kann.

Der Verein betreut Waisenkinder, organisiert medizinische Versorgung für Behinderte und chronisch Kranke und finanziert Lebensmittel und Unterkünfte.

Unterstütze sie jetzt auf www.zusammen-für-flüchtlinge.de, der zentralen Plattform für Projekte in der Flüchtlingshilfe von betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.