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Darum laufen so viele CDU-Politiker zur AfD über

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AfD-Chefin Frauke Petry | Axel Schmidt / Reuters
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  • Die Beispiele prominenter Überläufer zeigen: Für einige CDU-Politiker liegt die AfD ideologisch nicht fern
  • Laut einem "Spiegel"-Bericht bietet die AfD den Wechslern gute Karrierechancen
  • Mit bekannten neuen Gesichtern will die Partei neue Wählergruppen erreichen

Nach dem Beitritt des Publizisten Nicolaus Fest zur AfD wurde es wieder überdeutlich: Die rechtspopulistische Partei ist stolz auf jeden prominenten Neuzugang. Um das neue Mitglied vorzustellen, wurde eigens eine Pressekonferenz abgehalten.

Die AfD hofft, so bei neuen Wählergruppen punkten zu können. Laut einem "Spiegel"-Bericht buhlt die AfD deshalb besonders gern um bekannte Gesichter aus der CDU.

Karrierechancen für Überläufer

Beispiele wie Sachsens AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer und der AfD-Vize Alexander Gauland zeigen: Ehemalige CDU-Mitglieder können in der AfD schnell große Karriere machen.

Für viele ist diese Verheißung verlockend: Der "Spiegel" attestiert der AfD bei der Nachwuchsrekrutierung aus dem Lager der Christdemokraten gute Chancen. Für die Bundestagswahl würden prominenten Überläufern sogar sichere Listenplätze winken.

Ehemaliger CDU-Politiker rief dazu auf, aus der CDU auszutreten

Laut "Spiegel" soll die AfD vor den Kommunalwahlen in Niedersachsen bereits gezielt Funktions- und Mandatsträger der CDU angeschrieben haben, um sie zu einem Wechsel in ihre Partei zu bewegen. Während die Resonanz in diesem Fall nicht groß gewesen sein soll, zeigen andere Beispiele, dass die AfD durchaus mit Erfolg Politiker aus der CDU abwerben kann.

In Schwerin wechselte beispielsweise schon im Januar der Vize-CDU-Kreisvorsitzende Hagen Brauer von der Union in die AfD und wurde gleich Fraktionschef.

Ein jüngeres Beispiel: Der baden-württembergische CDU-Politiker Malte Kaufmann verabschiedete sich Anfang Oktober von der CDU. Er war Be­zirks­vor­stand der CDU Nord­ba­den und ist jetzt AfD-Mitglied.

Einer der neuesten Überläufer ist Maximilian Krah, zuvor Mitglied des CDU-Kreisvorstandes in Dresden. Er sagte dem "Spiegel", er werde nächste Woche den Chef des AfD-Kreisverbandes treffen und mit ihm die Modalitäten seines Beitritts besprechen.

Krah hatte zuvor mit einer Initiative im Internet dazu aufgerufen, aus der CDU auszutreten. Der Grund für seinen eigenen Austritt war laut eigenen Angaben Merkels Flüchtlingspolitik.

Neben Überläufern gibt es auch Koalitionsgedanken

Wer Sympathien hegt, muss aber nicht gleich die Partei wechseln. Das hat der CDU-Europaabgeordnete Hermann Winkler erst diese Woche bewiesen. Er sprach sich für eine Koalition mit der AfD auf Landes- und Bundesebene aus. Gegenüber der Zeitschrift "Super Illu" sagte er: "Wenn es eine bürgerliche Mehrheit gemeinsam mit der AfD gibt, sollten wir mit ihr koalieren. Sonst steuern wir auf eine linke Republik zu".

Auch die sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann sagte Ende September gegenüber der "Huffington Post": "Vielleicht nicht heute oder morgen, aber für immer und ewig kann die Union eine Koalition mit der AfD auf Landes- und Bundesebene nicht ausschließen".

Mit Material von dpa

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(tos)