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Türkische Diplomaten bitten um Asyl in Deutschland

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Heikle Situation: Türkische Diplomaten bitten um Asyl in Deutschland | Umit Bektas / Reuters
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Türkische Diplomaten haben in Deutschland Asyl beantragt. Das berichten die "Süddeutsche Zeitung" sowie die Sender NDR und WDR am Freitagabend. Unter den mindestens drei Asylsuchenden sei auch ein Militärattaché der Botschaft in Berlin.

Diese Zahl solle das Bundesinnenministerium Bundestagsabgeordneten genannt haben.

Die türkische Regierung habe nach dem Putsch die Gültigkeit der Pässe von acht in Deutschland tätigen Diplomaten widerrufen, hieß es weiter. Ein Botschaftssprecher wurde mit den Worten zitiert: "Es ist richtig, dass einige Diplomaten zurück in die Türkei gerufen worden sind."

Erdogan vernichtet vermeintliche politische Gegner

Die türkische Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan verfolgt nach dem gescheiterten, blutigen Militärputsch im Juni jeden, den sie verdächtigt, der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen nahezustehen. Erdogan macht sie für den Putschversuch verantwortlich.

Im Zuge dieser Aktion hat die Regierung Abertausende Polizisten, Soldaten, Richter und Angestellte des öffentlichen Dienstes entlassen und Abertausende einsperren lassen. Aufrufe, angebliche Gülen-Anhänger zu denunzieren, kursierten sogar im Ausland, darunter auch in Deutschland.

Angeblich Hunderte Asylanträge von Gülen-Anhängern

Kürzlich hatte die "Zeit" unter Berufung auf den Vertreter der Gülen-Bewegung in Deutschland berichtet, dass offenbar Hunderte Gülen-Anhänger in Deutschland um Schutz gebeten haben. Dass auch diplomatisches Personal darunter ist, macht die Sache umso heikler.

Die Zahl der Asylerstanträge von Türken in Deutschland ist Lauf des Jahres massiv gestiegen:

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Datenquelle: BAMF

Diplomatisch heikel

Die schwierigen bilateralen Beziehungen könnten damit vor einer neuen Belastungsprobe stehen, denn Deutschland muss nun entscheiden, ob die als Putschisten Verdächtigten in der Türkei politischer Verfolgung ausgesetzt sind.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) habe über die Asylanträge der Diplomaten noch nicht entschieden, hieß es unter Berufung auf Regierungskreise weiter. Es sei auch keine Eile geboten, weil sie vor einer Abschiebung geschützt seien, solange das Verfahren laufe. Eine Bestätigung war beim BAMF am Freitagabend nicht zu erhalten.

Eben erst hatte es so ausgesehen, als entspanne sich das Verhältnis wieder etwas. Am Mittwoch durften Bundestagsabgeordnete nach Monaten des Verbots erstmals wieder die im südosttürkischen Incirlik stationierten Bundeswehrsoldaten besuchen.
Die türkische Regierung hatte das nach der Armenien-Resolution des Bundestags Anfang Juni nicht mehr gestattet.

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