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AfD-Politiker will alle Moscheen schließen

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NICOLAUS FEST
Die Publizist Nicolaus Fest hat sich der AfD angeschlossen | DPA
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  • Der Publizist Nicolaus Fest ist offiziell der AfD beigetreten
  • In einer Presskonferenz bezeichnete er den Islam als "totalitäre Bewegung"
  • Er sprach sich sogar dafür aus, alle Moscheen zu schließen

Der Publizist Nicolaus Fest hat bei seiner offiziellen Vorstellung als neues AfD-Mitglied den Islam als totalitäre Bewegung bezeichnet, die mit dem Nationalsozialismus vergleichbar und nicht mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar sei.

"Das öffentliche Ausüben (...) dieser Ideologie muss man verhindern", fügte er hinzu. Die Folge ist für ihn klar: Moscheen in Deutschland müssten geschlossen werden.

"Genauso wie ich Hakenkreuze oder andere Symbole der Nazis nicht im öffentlichen (...) Raum sehen will, möchte ich Symbole hier sehen, die für eine andere totalitäre Ideologie stehen."

Islamkritischer Kommentar ließ das Verhältnis zu Springer zerbrechen

AfD-Politiker haben zwar schon häufiger mit eigenwilligen Vorschlägen und Ideen Schlagzeilen gemacht. Aber den Islam verallgemeinernd mit dem Nationalsozialismus zu vergleichen, ist eine neue rhetorische Eskalationsstufe.

Will DER Islam oder wollen DIE Muslime tatsächlich alle Juden weltweit ausrotten, wie die Nazis es wollten? Halten sich alle Muslime für Herrenmenschen, die über den anderen stehen und sie deshalb willkürlich töten können?

Nein, tun sie nicht. Manche Islamisten tun es vielleicht. Aber dass die mit dem Islam, wie ihn 99 Prozent aller Muslime weltweit praktizieren, nichts zu tun hat, scheint Fest nicht zu stören.

Berliner AfD-Chef bezeichnet Fest als Vordenker

Fests Verallgemeinerung ist umso erschreckender, weil er lange stellvertretender Chefredakteur der "Bild am Sonntag" war - immerhin die größte Sonntagszeitung Deutschlands.

Der Berliner Landes- und Fraktionschef Georg Pazderski bezeichnete Fest als einen "Vordenker", der sich "nie angepasst habe". Fest sagte, als Mitglied der AfD wolle er ein Zeichen setzen und gegen die innenpolitischen Entwicklungen vorgehen, durch die er die "Freiheit" und "Rechtsstaatlichkeit" in Deutschland bedroht sehe.

Im Juli 2014 hatte Fest einen islamkritischen Kommentar verfasst, der der "Bild am Sonntag" eine Rüge des deutschen Presserates einbrachte. Darin hatte Fest den Islam unter anderem als Integrationshindernis bezeichnet. Zwei Monate später hatte er das Medienhaus Axel Springer ("Bild", "Die Welt") verlassen - auf eigenen Wunsch, um als freier Journalist zu arbeiten, wie es damals hieß.

Mit Material der dpa

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