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Neu im Kino: "Die Insel der Besonderen Kinder" - das ist die außergewöhnliche Geschichte

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INSEL DER BESONDEREN KINDER
"Die Insel der besonderen Kinder" startet am 6. Oktober im Kino | 20th Century Fox
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  • "Die Insel der besonderen Kinder" läuft ab dem 6. Oktober im Kino
  • Im Interview: Synchronsprecher Simon Jäger

Kult-Regisseur Tim Burton (58) hat mit "Die Insel der besonderen Kinder" erneut einen bildgewaltigen Film erschaffen, der ab dem heutigen Donnerstag auch in den deutschen Kinos zu sehen ist.

Jacob findet darin einen geheimen Zufluchtsort, die Insel der besonderen Kinder. Je mehr er über ihre Bewohner und über ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten erfährt, desto mehr wird ihm bewusst, dass Sicherheit nur eine Illusion ist und dass Gefahr in Gestalt von übermächtigen, unsichtbaren Feinden überall lauert.

Burtons Film basiert auf dem Bestseller von Ransom Riggs (37) aus dem Jahr 2011. Das Buch wurde zum weltweiten Erfolg. Schließlich legte Riggs mit "Hollow City" ("Die Stadt der besonderen Kinder") 2014 den Nachfolger vor, anschließend erschien mit "Library of Souls" ("Die Bibliothek der besonderen Kinder") der letzte Teil der Trilogie.

Das Hörbuch zu "Die Insel der besonderen Kinder" (Der Audio Verlag, 7,99 Euro) hat Simon Jäger eingesprochen. Im Interview mit spot on news spricht er über die außergewöhnliche Geschichte.

Hinter dem Film "Die Insel der besonderen Kinder" stecken die Bestseller von Ransom Riggs, die Sie gerade als Hörbuch umgesetzt haben. Was macht den Reiz der Bücher aus?

"Die Insel der besonderen Kinder": Die Lesung mit Simon Jäger finden Sie hier

Simon Jäger: Das ist schwer zu sagen, weil die Bücher auf ganz vielen Ebenen einzigartig sind. Ich finde es eine tolle Idee, dass die Problematik der Großeltern an die junge Generation weitergegeben wird. Jacob, die Hauptperson, lebt in der Welt seines Großvaters weiter.

Jacob hört die Geschichten über die besonderen Kinder von seinem Großvater, mit seinen Eltern kommt er nicht besonders gut aus. Was ist das für ein Junge?

Jäger: Seine Eltern halten ihn für verrückt... Jacob hat von seinem Großvater eine besondere Fähigkeit geerbt, von der seine Eltern nichts wissen. Durch einen Zufall entdeckt er einen Weg in eine Zeitschleife, in der die Besonderen leben, lernt die Menschen dort kennen und findet heraus, dass er selbst einer von ihnen ist.

Schließlich kämpft er zwischen den Welten, verliebt sich auch - und weiß nicht so richtig, wo er hingehört. In der Zeitschleife vergeht die Zeit nicht, mit den besonderen Kindern kann er aber nicht in die reelle Welt zurückkehren. Das würde ihren Tod bedeuten.

Er weiß nicht, was er tun soll: Zum einen will er den besonderen Kindern helfen, zum anderen will er zurück zu seiner Familie. Es ist schon ein großes Dilemma, in dem er da steckt.

Die Kinder in den Büchern haben ganz außergewöhnliche Fähigkeiten...

Jäger: Ja, es gibt Kinder, die sich unsichtbar machen, die schweben, die Pflanzen wachsen lassen können, jeder hat eine besondere Fähigkeit.

Wie gruselig ist das Buch?

Jäger: Das Buch handelt zur Zeit des 2. Weltkriegs. Es gibt Luftangriffe, Menschen werden erschossen und die "Besonderen" werden verfolgt. Monster sind hinter ihnen her, Hollows, mit langen Zungen, und die Whites. Seelenlose Wesen, die sehr an Soldaten erinnern. Die Beschreibungen sind teilweise schon sehr düster. Aber so ist der Krieg.

In manchen Kritiken zum Film war von Parallelen mit Harry Potter zu lesen. Sehen Sie das auch so?

Jäger: Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber was die Geschichten angeht, kann ich den Vergleich nicht verstehen. Es ist eine Fantasy-Geschichte. Und wie Harry Potter, hat auch hier der Protagonist Jacob mit den üblichen Problemen eines Teenagers zu kämpfen. Vielleicht hat Regisseur Tim Burton sich ästhetisch an den Harry Potter Filmen orientiert.

Haben Sie sich als Kind vor bestimmten Geschichten gefürchtet?

Jäger: Ich fand "Struwwelpeter" sehr gruselig. Oder "Hänsel und Gretel". Ich kann mich erinnern, dass mich der alte Disney-Zeichentrickfilm "Schneewittchen" einige Nächte Schlaf gekostet hat. Die böse Hexe war schon sehr beeindruckend. Heute wachsen die Kinder aber mit ganz anderen Bildern auf und können wahrscheinlich viel früher zwischen Realität und Fiktion unterscheiden.

Sie standen als Kind selbst schon vor der Kamera, in "Löwenzahn" oder "Die Schwarzwaldklinik".

Jäger: An das Drehen kann ich mich gar nicht so richtig erinnern - aber an die Pausen. Ich habe es genossen, mit den anderen Kindern, die dabei waren, zu spielen. Und man wurde mit Cola und Süßigkeiten zugeschüttet. Das war natürlich ein Schlaraffenland.

Wenn ich mir die Aufnahmen heute noch mal ansehe, glaube ich nicht, dass das eine Karriere geworden wäre. Dazu kam, dass ich ziemlich schlecht in der Schule war: Als die Anfragen für größere Produktionen kamen, wurde ich nicht vom Unterricht freigestellt und das war's dann. Aber ich konnte nach der Schule synchronisieren. Das habe ich dann auch lange Jahre getan.

Und das mit Erfolg. Sie sind die Stimme von Josh Hartnett, Matt Damon, haben auch Heath Ledger synchronisiert. Gab es einen Film, der dabei zur besonderen Herausforderung wurde?

Jäger: Heath Ledgers Rolle des Jokers war toll. Die Herausforderung war aber weniger das Synchronisieren, sondern der Umgang mit den Produktionsfirmen. Der Vorteil als Synchronsprecher ist, dass die Rolle bereits entwickelt und erarbeitet wurde. Es ist ein bisschen wie Karaoke. Man sollte schon wissen, was man macht, aber den Song muss man nicht mehr schreiben.